Toyota Corolla 1.8 Hybrid Touring Sports Test 2019

Toyota Corolla 1.8 Hybrid Touring Sports Test 2019


Ich muss ja gestehen, dass ich mich schon
sehr lange und sehr intensiv mit der vor allem japanischen Automobilgeschichte beschaeftige und da spielt hier der Corolla von Toyota natuerlich eine herausragende Rolle. Er ist ja so was wie das Volksauto der Japaner, sozusagen ein VW Kaefer für den fernen Osten. 44 Millionen mal gebaut. In 150 Laendern der meist verkaufte PKW der Welt. Merkwuerdig, dass ausgerechnet dieser Weltrekordler auf Maerkten wie zum Beispiel in Deutschland und Anderen, ein bisschen in Vergessenheit geraten ist und dafür gibt es Gruende, Man raetselt heute immer noch wie es Toyota in den Sinn kommen konnte den Corolla durch den Auris zu ersetzen. Das war 2006, er sollte als echter Golfschlaeger antreten und ist hoffnungslos gescheitert. Jetzt aber ist der Corolla wieder da mit einem echten Neuanfang und all seinen guten alten Tugenden. Verpackt natuerlich in ein hochmodernes Karosseriedesign und mit viel moderner Technik. Die Japaner sagen, es ist der beste Coralla
aller Zeiten. Dann schauen wir mal ob das auch so ist. Der König der Kompakten ist zurueck, so bewarben die Japaner ehemals ihr wichtigstes Modell und es tut dem Corolla ausgesprochen gut,
dass es ihn für verschiedene Maerkte vom Start weg auch als Kombi gibt, neben dem Schraegheck, die vor allem in Deutschland wichtigste Variante, für die man 1.200 Euro Extra zahlen muss,
wie wir finden: gut investiertes Geld. Es gibt zwar auch noch die Limousine, aber
die wird zumindest hierzulande nicht viele interessieren. Die Zuege: auffaellig markant, stimmig, mit
kluger Linienfuehrung, alles wirkt wie aus einem Guss, aus keinem Blickwinkel langweilig, altmodisch, oder, bei moderneren Japanern, auch bei Toyota ja oft eine Unart, unnoetig
verspielt. Der Corolla ist ein Typ, der es ernst meint,
schliesslich ist er im ueberfluteten Segment der Kompaktautos dank seiner Antriebstechnik ohne echte Konkurrenz. Und er macht auch sonst maechtig was her. In der Laenge verfehlt er den Ladeweltmeister Skoda Octavia nur haarscharf, schlaegt mit seinem Gepaeckvolumen sogar den groesseren Opel Insignia. Alles starke Argumente und das gilt nicht
nur für die Verpackung: Toyota hat auch hier drinnen im Corolla gruendlich aufgeraeumt und vor allen Dingen diesen alten Auris Mief erstmal gruendlich weggeblasen. Alles ist so wie es sich Leute in dieser Fahrzeugklasse auch wuenschen und es erwarten. Es gibt zum Beispiel hier ein Tacho mit virtuellen Anzeigen, gut gemacht finde ich. Dann haben wir hier diesen 8 Zoll grossen
Multimedia Bildschirm, Tablett artig hier auf der Console angeflanscht. Das ist ja mittlerweile richtig Mode. Hat eine ganz gute Bedienlogik, ich finde
aber die Kartengrafik koennte eine kleine Spur besser sein, da kann man sicher noch etwas tun. Ein Head Up Display sogar mit Drehzahlanzeige, das finde ich richtig toll. Und wenn man fuer 550 Euro auch noch die Soundanlage ordert, dann gibt es hier im Corolla richtig was auf die Ohren. Man sitzt hier uebrigens sehr sehr tief im
Corolla fast schon wie in so einem Sportwagen, ein tiefer Schwerpunkt hier, aber das Dach
kommt einem auch ziemlich nah, weil das Auto insgesamt sehr niedrig ist und trotzdem hat man hier noch eine recht gute Übersichtlichkeit. Also ich mag das eigentlich ganz gerne. Die Verarbeitungsqualitaet, also der Materialmix, der gefaellt mir besonders gut. Es gibt hier viele gute, gut gemachte weiche Oberflaechen, schoen genarbt, alles mit sehr viel Lebe hergestellt. Wenig Hartplastik und das Ganze macht eben einen insgesamt sehr wertigen Eindruck – Das betone ich, denn das war in meiner Wahrnehmung jedenfalls bei Toyota immer ein Schwachpunkt. Natuerlich geht es hier im Fond, es ist ja
eine Kompaktklasse, ein kleines bisschen knapper zur Sache, aber ich finde das Platzangebot
insgesamt ganz gut und man hat auch deutlich mehr Platz hier in der Reihe 2, als beispielsweise beim Corolla mit den 5 Türen. Das hat einfach konstruktionsbedingte Gruende. Damit die Leute hier hinten auf laengeren
Strecken nicht anfangen zu plaerren, hat sich Toyota was einfallen lassen, was ich noch
gar nie gehoert habe, hat was mit den Sitzpolstern hier zu tun, denn dieses Material soll dafuer sorgen, dass das Koerpergewicht idealer auf die komplette Sitzflaeche verteilt wird. Also, ob das funktioniert, dafuer muesste
ich jetzt hier ein paar Stunden sitzen, da habe ich aber wirklich keine Lust zu. Ja, der Kombi ist so was wie die Familienvariante des Corolla und da kommt es natuerlich ganz drauf an, was der hinten im Frachtabteil so alles kann. Also im Normalzustand passen hier knapp 600 Liter rein. Das ist ein ordentlicher Wert und wenn man jetzt auch noch die Lehnen hier umklappt, das geht hier ganz komfortabel von hinten,
dann sind das immerhin 1600 Liter und das ist ein richtig guter Wert. Wobei die reinen Volumenwerte fuer mich oft gar nicht so wichtig sind. Mir geht es mehr so um die Nutzbarkeit des Frachtabteils und das hat Toyota richtig gut geloest. Es gib eine wunderbar ebenen Ladeflaeche hier und ein, finde ich, riesiges Untergschoss, da passt sogar so ein Koffer rein. Das haben die Jungs hier von Toyota richtig gut gemacht. Zu verbessern gibt es ja immer was, eher
Kleinigkeiten, wie das schlechte Livebild der Rueckfahrkamera und dass man smartphones so schlecht anbinden kann, damit laesst sich Toyota übrigens noch bis Ende 2019 Zeit. Die Beinauflage koennte etwas laenger – oder optimaler – verlaengerbar sein, alles Dinge die man irgendwann mal aendern kann, und die man diesem Klassiker, der stolze zehn Generationen in allen erdenkbaren Varianten und Karosserieformen ueberdauert hat wirklich gerne verzeiht. Denn der viel wichtigere Qualitaetssprung
nach vorne entschaedigt für vieles und den spuert man wohltuend vorne wie hinten, überall. Gleichzeitig hat sich der Corolla in seinem
Gesamtauftritt emanzipiert, er ist weit davon entfernt, ein aalglatter Mitlaeufer zu sein. Das alles ist den Japanern richtig gut gelungen, Respekt! Natuerlich hat sich vor allem in Sachen Motoren beim Corolla ne Menge getan beziehungsweise Toyota hat da ja eine ganz eigene Strategie. Diesel gibt es gar nicht mehr für den Corolla, der hat bei Toyota sowieso nie eine große Rolle gespielt, jetzt ist er ganz verschwunden und offen gestanden ist das auch gar nicht tragisch. Und der einzige ich sag mal reine Benziner, das ist ein ein 1,2 Liter Turbo, ein 122 PS Motor, den gibt es nur für den 5-Tuerer und fuer den Kombi, und auch nur in den einfachsten Ausstattungsversionen, als wollte Toyota uns sagen: Leute lasst die Finger weg, greift zum Hybrid. Und das werden garantiert auch viele machen, denn der Hybrid, dass ist ja die Toyota Spezialitaet, der spielt hier beim Corolla ganz klar die
erste Geige, und es gibt ihn sogar in zwei Versionen, erstmals in dieser Fahrzeugklasse. Es gibt einen staerkeren, das ist ein zwei
Liter mit 180 PS Systemleistung, wobei der Elektromotor 80 KW elektrischer Leistung dazu liefert. So ein richtiger Spassmacher kann man schon sagen und fuer die Vernünftigen gibt es den, den wir fahren, das ist ein etwas kleinerer 1,8 Liter den wir schon aus dem Prius kennen, der aber für den Corolla noch mal ein bisschen Feinschliff erhielt. Auch wieder so ein Zwitter aus Elektro und
Benzinantrieb, mit 122 PS. 53 KW liefert die Elektromaschine und zwar schon ab der ersten Umdrehung. Das ganze geht relativ geraeuscharm von statten, nur so wenn man herausbeschleunigt aus dem Stand quasi, dann faengt er schon manchmal an ein bisschen zu jaulen. Das liegt natuerlich auch am CVT Getriebe,
das man ja moegen muss, dem hat Toyota aber zum Glueck ein bisschen von diesem Gummibandeffekt genommen, so dass es nicht mehr ganz synthetisch wirkt, obwohl fahraktive Leute natuerlich
eine etwas andere Charakteristik wahrscheinlich bevorzugen wuerden. Wer echten Fahrspaß sucht, der ist vielleicht mit dem hier nicht so richtig gut bedient, aber wer ausreichende Fahrleistungen sucht mit einem relativ günstigen Verbrauch, der ist hier ganz genau richtig, denn man schafft es auch, wenn man einigermassen zurueckhaltend faehrt, mit diesem Fahrzeug hier unter 5 Liter zu bleiben und das ist ein super Wert. Das Energiekonzept ist ja immer wieder faszinierend, durch Bremsen und Rollen wird hier Energie wieder erzeugt aber auch durch überschuessige Motorleistung die sozusagen im Akku zwischen gespeichert wird. Das beherrscht kaum einer so gut wie die Japaner, die sich aber bei Corolla auch um die Fahrdynamik gekuemmert haben. Der Motor hat eine geringe Einbauhoehe, dadurch wandert der Schwerpunkt nach unten und das sorgt fuer recht agile Fahreigenschaften und dabei ist das Auto auch noch unkompliziert zu handeln. Und wenn man will kann man auch noch ein bisschen mit den Fahrprogrammen spielen, da gibt es von defensiv bis fahraktiv, in der Topversion vor allen Dingen, eine Menge von solchen Modi, sogar mehr als beim Porsche 911. Respekt! An Sicherheitsfeatures besteht auch kein Mangel: Notbremsassistent, der bis zum Stillstand verzoegert, dann gibt es zum Beispiel einen
adaptiver Abstandsautomaten mit Stau Funktion, Spurhalteassistent mit Lenkimpulsen, Verkehrszeichenerkennung
und und und, alles auch beim Corolla zu haben. Gut gemacht! Wer für den Corolla einen Spartarif erwartet wird enttaeuscht werden. Es geht zwar bei knapp 21.000 Euro los, aber auch nur für die ungeliebte Limousine mit reinem Benzinantrieb, den es wiederum nicht fuer die hoeherwertigeren Ausstattungen gibt, ein typischer Einspreiser also. Das macht schon der Abstand zum kleineren Hybridantrieb deutlich, der in Kombination mit dem deutlich beliebteren Schraegheck beispielsweise schon 7000 Euro teurer ist. Erstaunlich, dass Toyota für den groesseren Hybrid nur vergleichsweise schmale 2000 Euro mehr aufruft, etwa beim Kombi, dem Touring Sports, wie er genau genommen heisst. Der bringt es in der Luxusvariante Lounge
auf knapp 35.000 Euro. Dann ist er allerdings auch praktisch komplett, die Aufpreisliste kennt nur 6 Positionen, so was moegen wir, klingt nach einem fairen Deal, denn der Preis ist unterm Strich vernünftig. Schoen, dass der Corolla endlich wieder ein
Corolla ist und viele Leute werden sich an die guten alten Tugenden dieses Modells erinnern, das ja immer in besonderer Weise für Zuverlässigkeit stand. Damit alleine kann man natuerlich in dem hart umkaempften C-Segment der Golf Klasse, wie man ja sagt, noch lange nicht punkten und
genau da kommt Toyota seine grosse Hybrid Kompetenz zugute und das hier beim Corolla jetzt konsequent,
denn wir wissen auch, viele Leute, viele Kaeufer machen sich auch in der Kompaktklasse inzwischen Gedanken ueber die Alternativen, die Gruende sind uns ja bekannt. Insofern kommt der Corolla genau zum richtigen Zeitpunkt und wir sind uns auch ziemlich sicher, dass man ihn relativ haeufig auf den Straßen sehen wird – zumindest haeufiger als den Vorgaenger.

20 Replies to “Toyota Corolla 1.8 Hybrid Touring Sports Test 2019”

  1. This is the car you drive when your VW is in the repair shop again. BTW you would not even fit in the backseat of the hatchback.

  2. Angenehm! Das TV-„Rasthaus“ kannte ich von früher… lange her. Jedenfalls ist dieser Channel eine angenehme Alternative zu den verkrampften Vloggern (zu erkennen daran, dass dort die Worte „optional“ und „verbaut“ meistens sehr oft, und dann paarweise stets in der Nähe zueinander in einem Satz zu finden sind.

    PS. Es ist ein Planetengetriebe, nicht CVT. Die Heulerei beim Gasgaben kommt systembedingt (und wegen Wirkungsgrad gewollt!) dadurch, weil neben dem Abtrieb zu den Rädern zugleich der 2. Kraft-„Ausgang“ am Planetengetriebe durch Rekuperieren gebremst wird. Wäre das nicht der Fall, führe der Wagen nicht 🙂

  3. Für mich spielt Toyota mit dem Feuer. Ich fahre/liebe meinen aktuellen Auris TS Hybrid! Aber ich kann mir diese Technik als Nachfolger einfach nciht mehr vorstellen. Es kommen so viele spannede gute E-Autos in den nächsten Jahren auf den Markt so das ich den Mehrwert für einen Corolla Hybrid einfach nicht mehr sehe. Ich werde meinen geliebten Auris jetzt einfach weiterfahren und freue mich dann auf irgendein E-Kombi oder vielleicht einen gebrachten e-niro in ein paar Jahren. Ich weiß nicht wie schnell Toyota da umschwenken kann, wenn sie merken wie die Eletromobilität sie Käufer kostet?

  4. Ich fahre den Vorgänger, den Auris II als Hybrid Kombi (136PS) und bin von der Technik wirklich begeistert. Die einzigen Schwächen liegen in der Geräuschdämmung (man hört jeden Kieselstein) und dem veraltertem Multimedia-System mit lahmer Reaktionszeit + schlechten Lautsprechern. Beim neuen Modell wird das JBL-Paket angeboten, die Geräuschdämmung ist besser, das Fahrwerk tiefer und straffer und der 2.0 mit 180PS ist sehr interessant! Mit meiner Ausstattung allerdings knapp 10.000€ mehr als zuvor! Echt irre Preissteigerung, aber ich muss sagen, dass der neue eine ganze Stufe hochwertiger wirkt. Als Daily Driver sind der Auris und der Corolla erstklassige Fahrzeuge, ziehe ich jedem Golf oder Focus vor, mit Mercedes oder BMW ist der Komfort und Fahrspaß allerdings nicht ganz zu vergleichen – den muss man sich halt teuer erkaufen und abschätzen ob es das einem momentan wert ist.

  5. Richtig gut gemachtes Video. Vielen Dank für die umfangreiche Information und die sachliche Kritik. Die vielen praktischen Kleinigkeiten an diesem Auto (per Hebel umklappbare Rücksitzlehne…) und die lebensrettenden Features, die zur Grundausstattung gehören, machen dieses Auto absolut speziell und unbedingt massentauglich.
    Wir sind gespannt auf die nächsten Fahrberichte!

  6. Viel gerede, kurze sinn! Die geräte sind einfach top, NIE eine reparatur, alles funktioniert wie es soll, ruhig,komfortabel und verbrauchsarm. Allerdings bei meine Auris Hybrid kombi brauche 3,6 Liter auf 100KM , voll im ernst und das bei 136 PS. Wenn der neue 5,1 Liter bei 122PS verbraucht ist nicht unbedingt eine fortschritt.

  7. im avensis touring sports, ist wesentlich mehr platz, da nützt die elektrische heckklappe och nichts.

    toyota baut keine family autos mehr, leider.

    da gibt es bei anderen herstellern , bessere platz erfreuliche familien kutschen .

    einer davon, touring sports vom avensis .

  8. Die Japaner sind aufgewacht und haben sich an die Corolla erinnert. Das Auto war auch in D sehr beliebt und erfolgreich. Das wird die Neue auch wieder werden. Hybrid ist sowieso angesagt und das gefällt mir.

  9. Die Zuverlässigkeit von Toyota ist unübertroffen, in 20 Jahren Toyota hatte ich keine einzige Reperatur über Handy Anbindung und dergleichen nutzlosen Unsinn denke ich sicher nicht nach.

  10. "aber das Dach kommt einem schon ziemlich nahe…" Ziemlich ungenaue Aussage, oder ?

    Schau mal bei "Ausfahrt TV" rein, da könnt ihr lernen, dass der
    Moderator seine Körpergröße angeben sollte und die Kopffreiheit klar
    benennt bzw. mit "Faust/"Handflächenmaß" sichtbar macht – siehe hier ab Minute 11:33 https://www.youtube.com/watch?v=byfYY7pNYI8&t=77s

  11. Sorry für die zig gleichlautenden Beiträge, aber das ist ein Fehler den ich bei YT vermute …bein Anklicken des "Bearbeiten/Löschen" Buttons kopiert YT den Beitrag immer wieder neu rein….

  12. sehr guter test, aber was so gar nicht geht, man sitzt auf der Motorhaube, man hat das Bein auf dem Seitenschweller??? muss man immer zeigen das es nicht das eigene auto ist. ( kleine Anmerkung: die Musik insgesamt bitte etwas leiser und vor gesprochenem text bitte noch mehr runterfahren, es wird ihnen jeder schwerhörige danken ) ansonsten weiter so .euer reiner

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *