Hungern, Sport, Hypnose – alles für die Traumfigur | SWR Nachtcafé

Hungern, Sport, Hypnose – alles für die Traumfigur | SWR Nachtcafé


(Applaus) Herzlich willkommen im “Nachtcafé”,
liebe Zuschauer, hallo! “Schlank im Schlaf” –
wenn’s nur so einfach wäre. Danke schön! Der Frühling naht,
der Winterspeck muss weg. Aber wie? Oder ist das Schlanksein doch gar
nicht so wichtig, wie viele denken? “Hungern, Sport, Hypnose –
alles für die Traumfigur”, das ist unser Thema heute
im “Nachtcafé”. Und ich begrüße sehr herzlich:
Hans Meiser! Ehemaliger Nachrichtenmann, Moderator
– und wahrlich kein Leichtgewicht. Sie sind ein Genussesser und fühlen
sich in Ihrem Körper wohl.- Ja. Aber ist das auch Ihre Traumfigur, oder wollen Sie insgeheim
vielleicht doch was daran ändern? Wir freuen uns auf Hans Meiser! Sie, Yvonne Neidek, haben jahrelang
mit Ihrem Übergewicht gekämpft. Erst ein operativer Eingriff
hat den Erfolg gebracht. In elf Monaten
haben Sie 60 Kilo verloren. Ihre Ehe blieb allerdings
auch auf der Strecke. Heute sind Sie leichter –
aber sind Sie auch glücklicher? Im “Nachtcafé”: Yvonne Neidek! Sie, Lizzy Aumeier,
wollten radikal abnehmen, bis Sie erkannt haben:
“Mein Körper ist mein Kapital.” Und deshalb ist er inzwischen Thema
in Ihrem Bühnenprogramm. Herzlich willkommen:
Kabarettistin Lizzy Aumeier! (Applaus) Alles … Alles begann beim Bier
mit einer Wette unter Freunden, Michael Klotzbier. Vom 160-Kilo-Mann
zum Marathonläufer. Wie ist es Ihnen gelungen, Ihren
inneren Schweinehund zu überwinden? Darüber reden wir mit:
Michael Klotzbier! Viele schaffen es mit mehr Sport –
Sie, Jan Becker, sagen: Abnehmen geht auch ohne Schwitzen
und Hungern – mit Hypnose. Stressfreier Gewichtsverlust
über das Unterbewusstsein. Kann das wirklich funktionieren?
Fragen wir: Jan Becker! Herzlich willkommen!
– Hallo! Was ist der beste Weg zur Traumfigur,
Christoph Klotter? Als Ernährungspsychologe
können Sie erklären, wie wir dauerhaft erfolgreich
abnehmen können, was uns dabei hemmt,
und ob das überhaupt gesund ist. Im “Nachtcafé”:
Professor Christoph Klotter! (Applaus) Sie, Sonja Vukovic,
waren als Kind pummelig und permanent Hänseleien ausgesetzt. Ihre erste Diät war der Einstieg
in eine Abwärtsspirale. Viele Jahre haben Sie gegen
eine schwere Essstörung gekämpft. Haben Sie es geschafft,
diesen Kampf zu gewinnen? Herzlich willkommen: Sonja Vukovic! Herr Meiser. Wir reden heute über die Traumfigur, aber natürlich auch immer mal wieder
übers Essen. Wobei werden Sie denn schwach? Ich werde nie schwach.
– Nie schwach! Die Schwäche ist
ein ständiger Zustand bei mir, weil ich finde einfach,
Essen hat was mit Genuss zu tun. Ich bin ja kein Regenwurm –
vorne rein, hinten raus. Ich möchte das leben,
es genießen. Essen hat was mit Riechen,
Schmecken, Sehen, Fühlen zu tun. Und wenn’s was gibt,
dann gibt’s was. Heute gab’s ganz wenig, weil …
Ja, gibt’s auch. Dass es wenig gibt.
– Gibt’s auch mal! Wenn’s denn
ordentlich was gegeben hat, gehen Sie dann am nächsten Tag
auf die Waage und checken, wie viel Sie jetzt
drauf haben? Oder eher nicht? Das Problem ist, ich leb
in ‘ner Gegend Deutschlands, in der es einen
Batterienachschubmangel gibt. Und meine Waage hat keinen Strom.
– Zufällig! Nein, ich bin doch nicht doof,
Entschuldigung. Abend essen, morgens auf die Waage,
das find ich relativ … Dann macht es keinen Spaß mehr
zu essen. Dafür gibt’s auch Tage,
an denen ich dann weniger esse. Herr Klotzbier, Sie haben jetzt
in kurzer Zeit viel abgenommen. Checken Sie täglich Ihr Gewicht
und gucken: Wo steh ich denn jetzt? Definitiv. Also,
das war Anfang erst mal so … Mit 160 Kilo hat man ja
überhaupt kein Bewusstsein mehr, bzw. die meisten Waagen
gehen ja nur bis 120 oder 150 Kilo. Man muss erst mal ‘ne Waage finden,
die das Gewicht überhaupt anzeigt. Und dann hab ich natürlich
über die zwei Jahre, wo ich die 50 Kilo abgenommen habe, das natürlich immer protokolliert
bzw. auf meinen Blog gestellt, dass es die User
auch verfolgen konnten. Wie lange arbeitet man denn da dran? Das geht über eine App.
Das wird mit der Waage … Wiegen, die App aufrufen,
alles eintragen … Das geht automatisch. Wie ist das bei Ihnen, Frau Aumeier? Ihr Körper ist ja schon auch
ein Markenzeichen geworden. Ist die Waage für Sie bedeutend?
Morgens? Oder eher nicht? Ich war seit 25 Jahren
auf keiner Waage gestanden. Das ist doch mal ein Statement!
Muss man ja sagen. Ich hab wohl im letzten Jahr
eine Größe abgenommen, das merk ich an den Klamotten. Aber
sonst tu ich mir das nicht mehr an. Wir reden ja über das Streben
nach der Traumfigur. Sind wir in Deutschland denn
eigentlich mehrheitlich zu dick? Einige Statistiken sagen Ja,
aber die neuesten Forschungen sagen, dass mit dem Übergewicht
zwischen BMI 25 und 30 das geringste Mortalitätsrisiko
da ist. Und zwischen 30 und 35
nichts passiert. Das ist eine Studie
von Katherine Flegal. Wir müssen das ganze Thema Über-
gewicht, Adipositas neu durchdenken. Und ich kann attestieren,
dass Sie das richtig machen. Es schmeckt Ihnen, und Ihr Leben
ist gut. – Ich geh jetzt essen. Wollen wir
ein bisschen Essen reinbringen? Würden Sie denn sagen,
dass Sie Übergewicht haben? Natürlich hab ich zu viel.
Ich bin 1,88 Meter. Im Pass steht 1,89 –
wer auch immer da rumgefummelt hat. Ich wieg zwischen 112 und 115 Kilo.
Das ist ein bisschen viel, aber in meiner Familie
war der Knochenbau immer schwer. Das ist …
(Lachen) Ich muss sagen, also,
ich mag g’standene Mannsbilder. Ich auch.
– Nix gegen Sie, Professor. Bei so dünnen Männern
hätt ich Angst, dass ich denen wehtu,
wenn ich leidenschaftlich werd. Einmal hin, Wirbel heraußen.
Macht keinen Spaß. Stell dir vor, ihr seid tanzen.
Man führt mit dem Bauch als Mann. (Lachen)
Ich kenn es auch. Bei uns könnt nie was passieren. Mit
den Bäuchen, wir kämen gar nicht … richtig aneinander.
Katholische Grenze. Man sieht,
wir gehen heute ins Detail. Ja?- Vor 100 Jahren wären Sie
normalgewichtig gewesen. Das Idealgewicht
ist ständig gefallen. Marilyn Monroe wär heute nicht mehr
auf dem Playboy. – Ja. Die “verfettete” Frau.
Das hat sich total verändert. Sie können lachen,
aber eine ernsthafte Frage: Natürlich gibt es Menschen,
die vielleicht … Neulich in der Stadt
ist mir jemand begegnet, da dachte ich: Mein Gott,
wie kommt der überhaupt ins Auto? Weil er so voluminös auch war. Ich geb zu, ich hab auch Volumen.
Ich denk, es gibt so eine … so eine Grauzone,
so eine Von-Bis-Zone, in der man sich noch wohlfühlen kann
– nach unten und oben. Vielleicht bin ich am oberen Ende
angekommen, zugegeben. Es gibt so einen Moment, den
unsere Großeltern schon kannten – meine Oma hat immer gesagt:
“Der hat ‘ne dicke Haut, der kommt gut durchs Leben.”
Der kann sich gut … Bei Stressmomenten
hilft die dicke Haut einfach, gut durchs Leben zu kommen. Wenn Sie schon Stress ansprechen:
Sie sagen, Sie sind Genussesser. Sind Sie auch manchmal Stressesser?
Unterwegs?- Nee. Gar nicht? Man ist gestresst,
ist auf der Autobahn, ran an die Tankstelle und rein damit?
– Gar nicht. Ich geh auch nicht zu diesen
durchgedrehten Kühen und Schweinen, die sie da verkaufen oder so,
weil mit … Ich … Natürlich mag ich auch mal Fastfood. Aber wenn’s geht, hab ich lieber
ein Baguette mit Schinken und Käse als dann so was.
Ich denke einfach … Was ich vorhin schon gesagt habe: Essen ist ein ganz wichtiger Moment
im Leben, wie Schlafen. Das ist Luxus.
Wenn man sich leisten kann, nicht in der Masse zu essen,
sondern Zeit zu haben, um zu essen. Sie backen ja auch gerne und gut, ne? Sehr gut, ja. – Was haben Sie so
zu Weihnachten zum Beispiel kredenzt? Ich hab zum Beispiel
150 Zimtsterne gebacken. Was ist da drin?
– Kann ich Ihnen sagen. 300, äh, 500 Gramm gemahlene
Mandeln, 300 Gramm Puderzucker, Eiweiß von zwei Eiern,
das zum Teig gemacht, ausgestochen, mit Eiweiß und Puderzucker
oben weiß gestrichen, zehn Minuten bei 180 Grad
im Backofen. Der Mann kenn sich aus, oder? Aber wenn Sie das …
– Red weiter. Ja.
– Rede weiter. Das ist so schön. Eins interessiert mich: Wie viele
davon haben Sie selbst gegessen? Wir hatten ausgemacht,
keine persönlichen Fragen. (Lachen)
Daran erinnere ich mich nicht. Ich hab als Weihnachtsgeschenk … Ich hab auch andere Plätzchen
gebacken. Spritzgebäck – macht ja jeder – und
was zum Ausstechen, den ganzen Kram. Die Küche ist dann immer
für den Sondermüll vorgesehen, weil ich bin dann so erschöpft,
das geht dann nicht mehr, aber … Nein, ich hatte da noch gebrannte
Mandeln – äh, gebrannte Mandeln … ähm, gemahlene Mandeln. Eier waren auch im Kühlschrank, und Puderzucker hatte ich auch
zweimal 250 Gramm. Und die letzten 54 hab ich alleine
gegessen in vier Tagen. (Staunende Laute, Lachen, Applaus) Aber – vielleicht,
um das noch mal zu sagen: Ich finde, ein bisschen auf
die Figur achten und gerne essen widerspricht sich nicht unbedingt.
Kommt drauf an, WAS man isst. Gut, das war ja eine Ausnahme.
– War nicht nur auf Sie bezogen! Die 54 Plätzchen waren eine Ausnahme.
– Aber er hat mitgezählt! Ja, klar, da zählst du mit,
wenn du das Blech voll machst. Aber stehen Sie danach
auch vorm Spiegel, nach diesen 54 Plätzchen –
Sie kommen aus der Dusche und sagen: Ach, sah auch schon mal besser aus. Oder geht das so ganz
an Ihnen vorbei? Nein, nein, ich trag ja … ähm … auch Unterwäsche
mit einem gewissen Stretchfaktor. (Lachen)
Wir gehen wirklich ins Detail. Dann funktioniert das. Ich weiß, natürlich hab ich
einen Tick zu viel drauf. Aber ich sag auf der anderen Seite
auch … Es hat mal jemand zu mir gesagt:
Solang ich dich von hinten umarmen kann
und meine Finger treffen sich, ist alles in Ordnung.
(Lachen) Im Augenblick ist es so weit.
Wir haben’s erst probiert. Klappt noch? Oder klappt nicht mehr? Klappt noch knapp.
– Okay. Aber das ist … Entschuldigung.
– Ja? Das ist oft der Moment,
gerade bei Diäten, dass wir uns enorm unter
diesen Stress und Druck setzen: Wir dürfen uns beim Essen
nicht mehr freuen. Ich nehm die Freude aus dem Essen.
Ich war heute hier im Café, und es war bezeichnend: Ich hatte
einen Kaffee, ein Stück Kuchen, und mir gegenüber
saß eine ältere Dame, die hat sich einen Kuchen bestellt,
ein Glas Wein dazu. Und sie guckte immer rum
und fing plötzlich an zu lachen. Und freute sich,
dieses Stück Kuchen zu essen. Und dann kann ich diesen Kuchen
essen, weil ich es wirklich genieße. Sobald ich mich ertappe,
mich zu zwingen, Dinge nicht zu essen,
die ich eigentlich mag, dann geht der Stress los. Mit dem Jo-Jo-Effekt auch.
Dass man umso mehr Lust drauf hat, und am Ende werden’s drei Stück.
– Weil ich nicht entspannt bin. Herr Klotter, warum hadern so viele
mit ihrem Gewicht? Weil unser Schlankheitsideal
sich radikalisiert hat in den letzten 100 Jahren.
– Mhm. Im 19. Jahrhundert wären Sie
total normalgewichtig gewesen. Ich wär ein Problem gewesen.
Das geht nicht. Da gab’s immer so ein Handbuch
“Innere Medizin”. Da gab’s die Mastkur als Therapie –
die hätte ich machen müssen. Das Schlankheitsideal ist gesunken parallel zur zunehmenden
Überflussgesellschaft. Dementsprechend sind fast alle
unglücklich mit ihrem Gewicht. Wie gewichtig oder schlank
Sie auch sind … Auch die Schlanken sagen,
sie haben Probleme. Also, wenn heute …
Dünnsein wird ja mit viel verbunden. Die ideale Frau ist Anfang 40,
schaut aus wie Anfang 30, hat den perfekten Körper,
macht Sport, sie hat drei gesunde,
begabte Kinder, einen Mann, der ihr nach 20 Jahren
noch die Klamotten vom Leib reißt. Sie hat zwei Weltkonzerne aufgebaut
und ist daneben karitativ tätig. Das wird alles
mit Dünnsein verbunden. Redest du von dir?
– Nein. Ich, ich … Sorry, ich hab da
einen anderen Zugang dazu. Wenn ich Fernsehen gucke,
und ich gucke nur die Werbung, da gibt’s “Hammer-Med”
und “Hammer-Tod” und irgendwelche Gesöffe,
die man zum Abnehmen trinken soll. Punkt eins: Ich gönne jedem
Apotheker, dass er reich wird. Ich bin nicht neidisch. Soll er
verkaufen. Aber nicht an mich. Und was ich wirklich
gefährlich finde: Da gibt’s ja auch schon
Gegenbewegungen, nicht nur hier, dieses Hochhypen von, von, von … toller Figur
oder ich weiß nicht, was. Eigentlich müsste eine Sendung
wie “Germany’s Next Topmodel” verfassungsmäßig verboten werden.
– (Aumeier:) Ja. (Applaus)
Diese Sendungen sagen den Leuten: So musst du aussehen.
Bescheuert! Gab’s auch schon Situationen,
dass Sie eine Treppe hochliefen und dachten: Mensch, jetzt muss ich
aufpassen, mehr auf mich achten? (Er seufzt.)
Ja. Aber … das hat doch jeder mal,
oder? Ich tu ja auch was
für meine Bewegung. Ich hab einen Hund,
der läuft am Tag ca. zehn Kilometer. Aber ich bleib stehen.
(Lachen) Dann kommt er zurück, bleibt stehen,
zittert am ganzen Körper. Wenn ich sage “Lauf!”,
läuft er wieder los. Das Ganze zehn, zwölf Mal. Also 600,
700 Meter. Ist doch ganz einfach. Sie lassen einfach laufen. Ich lass auch spazieren gehen.
(Lachen) Stellen wir uns mal vor,
Sie würden 20, 30 Kilo abnehmen. Glauben Sie,
Sie würden sich wohler fühlen? Nee, da bräuchte ich neue Klamotten. Nein, mal ernsthaft, es gibt ja
eine andere Geschichte. Wir haben uns da ja
auch schon mal … Da tauscht man sich ja immer wieder
drüber aus. Ich hab mal wie ein Geisteskranker
geraucht, wie ein Wahnsinniger. Es gab dann eine Veranlassung,
derzufolge ich gesagt hab: Du hörst jetzt SOFORT auf
zu rauchen, rauchst nie wieder. Von 100 auf null, das war schon
eine ganz schöne Nummer. Das ging auch ohne Pillen, Pflaster,
Hypnose, Arzt – ich weiß nicht, was. Aber ich habe sehr schnell gemerkt,
dass mein Grundumsatz im Körper … Der war deutlicher,
und das hat dann auch angesetzt. Aber jetzt ist die Frage, soll ich
wieder rauchen, damit ich abnehme? Oder soll ich nicht rauchen,
damit ich so bleibe, wie ich bin. Übergewicht ist nicht automatisch
Gesundheitsgefährdung. Endlich einer, der das sagt. Hardliner sagen, es gibt Übergewich-
tige, die haben Gesundheitsprobleme. Es gibt aber auch Normalgewichtige
mit Gesundheitsproblemen. Der Automatismus, Übergewicht
ist schlimm, ist vorüber und vorbei. Ich helfe vielen dabei,
Nichtraucher zu werden. Das Spannende ist, das passt
genau in das, was Sie erzählten. Wir nutzen die Zigarette
oft zum entspannen. In großen Stressmomenten
rauchen wir mehr. Damit hat die Zigarette
nichts zu tun. Da ist nichts Entspannendes drin,
keine Betäubungsmittel, gar nichts. Was passiert, ist, ich wechsele
20 Mal am Tag meinen Atemrhythmus. Ich atme für zwei, drei Minuten
tief ein und aus. Das ist es, was mich entspannt. Höre ich plötzlich
mit den Entspannungsübungen auf, eigentlich bin ich Little Buddha,
im wahrsten Sinne des Wortes, dann reagiert unser Körper darauf
und sagt: Ich muss mich entspannen, und du
willst nicht atmen. Was machen wir? Dann greifen wir
zum Schokoriegel und zum Essen. Das entspannt auch. Das ist oft der Moment,
wo wir ansetzen. Sie haben nun auch abgenommen. Wir haben viel über den Druck geredet
und den unberechtigten Druck, irgendwelchen Idealen zu entsprechen. Aber als Sie zehn, 15 Kilo weniger
hatten, was hat das leichter gemacht? Alles hat es
im Prinzip leichter gemacht. Man hat viel mehr Lebensenergie
und auch Lebensqualität gehabt. Mit 160 Kilo fällt einem …
gar nichts mehr wirklich einfach. Man arrangiert sich einfach so
mit seinem Gewicht, wie es dann ist. (Klotter:)
Was heißt arrangieren? Man ist nicht mehr so aktiv,
fährt überall mit dem Auto hin. Auch kurze Strecken. Man nimmt natürlich nicht
die Treppe, sondern den Aufzug. Und viele verschiedene Sachen
macht man einfach nicht mehr. Mit Freunden joggen gehen
oder Fahrrad fahren. Das heißt, viele Dinge
kann man einfach nicht mehr machen. Es ist eine Einschränkung
des Lebens insgesamt? – Definitiv. Wie bei jeder anderen Sucht
eigentlich auch. – Ja. Frau Neidek,
Sie haben 120 Kilo … gewogen. Wie haben die Leute
denn auf Sie reagiert, als Sie diese 120 Kilo hatten? Ich sage mal, im näheren Umfeld
war immer dieses typische … “Du siehst gut aus, wie du bist”. Sie wollten mir natürlich
auch nicht wehtun. Aber klar, … man hat
natürlich auch Bezugspersonen, die einem schon sagen,
tu doch mal was. Ich habe auch nicht nie etwas getan,
aber es gab immer den Jo-Jo-Effekt. Ich hatte es zwei Mal alleine
geschafft, 30 Kilo abzunehmen. Aber wenn ich 20 abgenommen habe,
habe ich 30 zugenommen. Wenn ich 30 Kilo abgenommen habe,
habe ich 40 zugenommen. Deswegen habe ich mich irgendwann
erkundigt, was kann ich machen, damit es dann auch endlich bleibt. Weil diese Diäten und die
Apothekensachen, die man bekommt … Ich habe auch das erste Mal
25 Kilo abgenommen durch Ernährungsergänzungsprodukte. Ich habe, anstatt zu essen,
Shakes getrunken. Ich habe super abgenommen, aber
dann kommt das normale Leben zurück. Noch mal einen Schritt zurück. Wann hat das eigentlich angefangen,
dass Sie zugelegt haben? Ich würde sagen, angefangen
hat das im Ausbildungsalter. Als ich mit der Schule fertig war,
als ich anfing zu arbeiten. Man saß acht Stunden im Büro,
hat sich nicht aktiv draußen bewegt. In der Schule hat man sich anschlie-
ßend mit Freundinnen getroffen. Jetzt hat man
angefangen zu arbeiten. Dann hat man im Büro in der Schub-
lade immer Süßigkeiten gebunkert. So hat das Ganze
eigentlich angefangen. Welche Rolle hatte das Essen
vorher in Ihrer Familie gespielt? In der Familie … Meine Mama
hat immer sehr darauf geachtet, dass … ich nicht in diese Richtung
tendiere und zunehme. Wenn sie gemerkt hat, das sind
wieder zwei Kilo mehr auf der Waage, oder wieder eine Hosengröße größer –
als meine Mama noch einkaufte. (Vukovic:) Ich … Entschuldigung.
– (Meiser:) Entschuldigung. Das ist etwas … Ich arbeite auch
mit vielen Menschen mit Süchten. Auch mit Essstörungen, und
was ich immer wieder erfahre, ist, dass das Thema Essen in der Familie
ein großes war und auch ist. Essen wird manchmal auch banal als
Bestrafung oder Geschenk benutzt. Wenn du artig bist,
bekommst du etwas zu essen. Wenn du unartig bist,
gehst du ohne Abendessen ins Bett. Das war bei uns überhaupt
nicht der Fall, im Gegenteil. Ich habe eine Frage – Sie wogen 120
Kilo, das ist mehr als ich jetzt. Was wiegen Sie jetzt? Jetzt habe ich … Ich pendele
zwischen 64 und 66. – Boah. (Applaus) Ich möchte … trotzdem
noch mal auf das zurückkommen. Wenn eine … Mutter oder Vater
– völlig egal – sagt, achte auf dich. Pass auf, dass da nicht
noch zwei Kilo drauf kommen. Ist die Achtsamkeit, die das
zum Thema macht, gut oder schlecht? Ich würde sagen,
eher überkontrollierend. Das ist negativ, weil die Mutter
ihre Macht zementiert und die Tochter kontrolliert. Theoretisch – ich weiß nicht,
wie es bei Ihnen war – kann die Tochter sagen,
ich rebelliere gegen das Diktat. Ich lege endlich zu
und esse so, wie ich will. Du, Mutter, bist mir egal.
– Ja, richtig. Dadurch hat
das heimlich Essen angefangen. Es ist egal, ob in der Familie,
oder Sie sprachen meinen Exmann an. In meiner Ehe war es auch so. Mir wurde das Essen
von ihm mehr oder weniger verboten. Verboten! Wirklich? Wir waren bei den Schwiegereltern,
ich portionierte meinen Teller. Er hat mir den Teller weggenommen,
die Hälfte wieder runter gemacht. Er stellte mir den Teller hin
und sagte, das muss reichen. Dann passiert
natürlich automatisch … Ich spiele die tolle Schwieger-
tochter, die das Geschirr abräumt. Und in der Küche
kommt alles schnell in mich rein. Hauptsache, ich bin auf eine Art …
– Aber das ist doch … Wenn ein Mann so was macht,
und auch noch vor anderen. Das ist eine Demütigung. Deshalb habe ich ihn
heute nicht mehr. (Applaus) Aber erzählen Sie
uns noch mal darüber. Wie viel wogen Sie, als Sie
Ihren damaligen Mann kennen lernten? Das ist auch ein kleines Problem. Als ich durch die Shakes et cetera
28 Kilo abgenommen hatte, war ich genau bei 72 Kilo,
und so hatte er mich kennengelernt. Dass ich davor aber
schon mal 100 Kilo hatte, wusste er erst
aus Erzählungen im Nachhinein. Dann hatte ich einen Partner,
habe mich wohl gefühlt. Ich dachte,
ich brauche das alles nicht mehr. Dann redet man sich ein, so lange
die Acht nicht vorne steht … Alles in Ordnung – und prompt ist
die Acht wieder an erster Stelle. Dann isst man wieder und denkt, solange die Neun nicht vorne steht,
ist alles in Ordnung. So redet man sich selbst
immer wieder etwas ein. Dann, wie gesagt,
dieses heimliche Essen. Und, ähm … Gab er Ihnen das Gefühl,
nicht mehr attraktiv für ihn zu sein? Richtig, das hat er mir auch
knallhart gesagt. Wie kommt man aus
so einer demütigenden Situation raus? Sie machten es gut
und ließen sich scheiden. Das war eine gute Entscheidung. In dem Fall wäre
nichts anderes möglich gewesen. Diskussionen wären da
nicht drin gewesen. Der hätte einfach das durchgezogen.
– Auch das war ein Grund. Ich habe mich damals
für eine OP entschieden. Natürlich war es
auch eine Kostenfrage. Wie sind Sie überhaupt
auf den Gedanken gekommen? Wann haben Sie erstmals
von einer Magen-OP gehört? Ich kann mich
nicht mehr ganz erinnern, wann. Ich hörte irgendwann,
es gibt ein Magenband. Mit dieser Vorstellung,
dass ich ein Magenband möchte, ging ich ins Krankenhaus
und ließ mich beraten. Da war eine super Ärztin,
die mich beriet. Sie erklärte mir
die Unterschiede zwischen Magenband, Magenverkleinerung
und Magenbypass. Magenbypass führt man
eher im Krankheitsfall durch. Zur Gewichtsreduktion macht man eher
Magenband oder Magenverkleinerung. Schlauchmagen nennt man es. Dann sagte ich zu der Ärztin,
wenn ich mir das so anhöre, will ich eigentlich kein Magenband,
sondern eher die Magenverkleinerung. Wenn ich essen kann,
das Magenvolumen vorhanden ist, dann werde ich immer essen. Nachdem sie mir wirklich erklärte,
wie das funktioniert … Bei einer Magenverkleinerung – wo
kein Magen ist, passt nichts rein. Mir wurde nicht
der ganze Magen entnommen, aber … War für Sie sofort klar, als Sie
davon hörten, Beratung einholten, das mache ich? Gar kein Zögern mehr?
– Überhaupt kein Zögern. Was sagte Ihr Mann dazu? Er sagte wörtlich:
“Du lässt dich nicht operieren”. “Du hast dir das Fett angefressen,
dann trainierst du es auch ab”. Er wollte Sie zwar schlanker,
aber so dann doch nicht? Richtig, genau.
– (Klotter:) Er war ein Diktator. (Aumeier:) Er wollte die Kontrolle.
– Genau. Mich interessiert mal …
wir wollen keine Ehegeschichten. Wir sind schon dabei. Nein, aber ich meinte schon … Aber dann ließen Sie die Operation
machen und nahmen ab? Was sagte er dann?
– Ich habe mich erst getrennt. Ich trennte mich, und dann kam … Ich trennte mich und bekam vier,
fünf Monate später die Kostenzusage von der Krankenkasse,
und ein neues Leben begann für mich. Wie schnell nahmen Sie dann ab?
Wie schnell geht das nach einer OP? Ich nahm in elf Monaten 58 Kilo ab.
– Oh! Das war natürlich … ja. Die Haut macht da nicht so mit. (Klotter:) Mich interessiert,
ob es negative Effekte gibt. In Bezug auf Lebensqualität.
Ist alles gut? Oder gibt es auch schlechte Dinge? Für mich ist es purer Sonnenschein. Auch die Zeiten, wo ich
zu Beginn noch viel erbrochen habe. Für einen anderen
war das schrecklich. Du behältst nichts mehr in dir drin,
rennst immer gleich zur Toilette. Das war, weil man das Essen
wieder neu lernen muss. Man lernt das Essen wieder
wie ein Säugling. Dementsprechend hat man auch Phasen
nach der Magen-OP. Man sollte sie einhalten. Wenn man wieder
in den alten Rhythmus zurückfällt, schnell isst,
oder Sachen unkontrolliert isst, oder Sachen isst, die im Magen
aufquellen, zum Beispiel Reis. Das konnte ich
sechs Monate nicht essen. Ich versuchte es immer wieder,
es legte den Rückwärtsgang ein. Da wurde ich immer wieder gefragt, das ist doch nicht normal, du musst
dich immer erbrechen nach dem Essen? Aber für mich war das
kein krankhaftes Erbrechen. Mein Magen hat das genommen, was
er wollte. Was er nicht wollte … (Klotter:)
Ein Reintasten ins neue Leben. Ich habe eine Frage. Mit diesem Mann, das klingt, als
ob Sie sich selbst nicht mochten. Es gab jemanden, der Sie regulierte. Aber Sie sind
eine unheimlich schöne Frau. Ist die Selbstliebe zurück? Sagen Sie, mir kommt kein Mann mehr
ins Haus, der mich so behandelt? Stehen Sie auf und fühlen sich wohl? Zum Thema, mir kommt
kein Mann mehr ins Haus. Mein Partner sitzt hinter mir.
– Herzlich willkommen im “Nachtcafé”. (Applaus) Ich meinte, kein Mann,
der Sie so behandelt. Er behandelt mich definitiv
nicht so, überhaupt nicht. Er kennt mich auch so …
also nur kennen. So, wie ich früher ausgesehen habe. Zusammengekommen sind wir
erst mit dieser Optik. Aber er hat mich damals nicht
wegen meines Aussehens verurteilt. Aber Sie sprachen auch an:
Hat sich nur das Gewicht reduziert? Oder hat sich auch in Ihnen
etwas verändert durch all das? Na klar,
das ganze Selbstbewusstsein. Das ganze …
nach außen zu gehen. Wir hatten das Thema
vorhin kurz angesprochen, wie man sich
in der Öffentlichkeit benimmt. In der Öffentlichkeit zu essen
war früher für mich undenkbar. Man geht in ein Café
und holt sich ein Stück Kuchen. Das hätte ich mich
früher nicht getraut. Ich dachte, jeder zeigt
mit dem Finger auf mich und denkt: Du kleines Dickerle,
stopf es dir doch noch rein. Das ist einfach schlimm gewesen. Dass ich heute
in der Öffentlichkeit essen kann, mich traue,
beim Bäcker was zu kaufen, und die Tüte auch schon
direkt aufreiße und reinbeiße, das war früher undenkbar für mich. Das Selbstbewusstsein ist schon da,
ganz klar. Aber psychisch betrachtet
dauert es eine Weile, bis man sich akzeptiert,
wie man jetzt ist. Was heißt das genau? Muss man sich neu kennenlernen? Ja, schon. Das mag für den ein oder anderen
nicht vorstellbar sein. Wenn ich heute teilweise
in den Spiegel gucke, ich sehe noch nicht eine … normale
Yvonne oder eine normale Figur. Sie haben auch eine Hose
von damals mitgebracht. Vielleicht können
wir das noch mal sehen. Dass Sie mal zeigen, was da
wirklich den Unterschied ausmacht. Diese Hose habe ich
früher getragen. Ja. (Meiser:) Das können Sie heute
umarbeiten lassen auf zwei. So ungefähr. Sie mussten sich neu kennenlernen. Sie mussten verstehen oder annehmen,
dass Sie wirklich jetzt … Richtig. Gehen Sie jeden Tag auf die Waage?
– Nein, überhaupt nicht. Es bleiben ja erst mal Hautfalten
oder wie man das nennt. Hatten Sie damit Probleme? Ich hatte überschüssige Haut, daher wurde ich die letzten
drei Jahre sehr oft operiert. Mein Bauch, mein Gesäß,
meine Oberschenkel sind gemacht. Ja, … – Ist also nichts,
was man mal so eben macht? Muss man auch dazusagen, ja. Was sind denn Dinge,
die man bedenken muss? Sonst entsteht der Eindruck:
Dann mach ich kurz eine OP, und alles ist okay.
Was sind Ihre Erfahrungen? In der Regel sind Patienten mit
Magenverkleinerungen erst zufrieden. Obwohl es
Anpassungsschwierigkeiten gibt. Aber es gibt auch die Situation,
dass die Lebensqualität leidet. Sie sagen,
sie können nicht mehr richtig essen. Nach drei, vier Jahren
kann das Gewicht seigen. Also erst mal ein paar Jahre gut … Daher wollte ich fragen,
wann das war. Aber später
wird’s ein bisschen ungewisser. Man kann nicht sagen: bariatrische
OP – immer gut und ganz toll. Das muss genau abgewogen
und geschaut werden: Was kann ich nach der OP
in der Zukunft machen, was nicht. Das muss durchdacht werden,
was häufig nicht geschieht. Welche Rolle spielt die Psyche,
also dass man wirklich, wie Sie angedeutet haben,
wenn man so schnell so viel abnimmt, muss die sich erst mal mitentwickeln? Die Psyche kommt nicht hinterher. Man hört: “Ich schau in den Spiegel
und denk, ich bin noch wie damals.” Die Psyche hängt hinterher
und kommt nicht mit. Und muss sich
auf die neue Situation einstellen. Wie wenn wir
auf die Seychellen ziehen ungefähr. Ich schau raus und seh
was ganz anderes als sonst. Für Sie hat das
eine berufliche Komponente. Sie sind sehr selbstbewusst
im Umgang mit Ihrem Körper, mit Ihrer Erscheinung auf der Bühne. Dafür wollen wir
ein Gefühl entwickeln. Deshalb sehen wir Sie auf der Bühne. Das ist maßgeschneidert.
(Gelächter, Pfiff) Nicht für mich.
(Gelächter) Diese Scheißangst, die alle haben
vor Falten. Was hilft dagegen? Fett.
(Gelächter) Das ist eine Eigenfettaufspritzung.
(Gelächter) Ich weiß genau, was ein paar
verhungerte Blondinen … Seh ich. Wie sie schauen.
“Wie kommt man zu so einem Körper?” (Gelächter)
Mit Disziplin. (Gelächter, Applaus) Ja. Wie viel Disziplin braucht man,
um nicht abzunehmen? Also, die Disziplin ist einfach die:
überhaupt nicht drüber nachdenken. Also, dazu muss ich auch sagen,
ich hab Gewichtszustände hinter mir von 46 Kilo bis …
bestimmt 100 oder so. Also, ich war erst magersüchtig,
dann bin ich in eine lange, schwere Depression
mit Angststörungen geglitten. Die war grausam. Während der Angst-
störung ließ ich mir nicht helfen. Aber ich wurde dann unheimlich fett
in kurzer Zeit. Da haben die Psychologen gesagt,
das ist halt die Psyche und so. Du bist ja,
wenn du einmal drin bist … Ne? Dann haben die eine
Autoimmunerkrankung festgestellt, Hashimoto – haben viele Menschen. Meine Schilddrüse funktioniert nicht
mehr, die hat der Körper zerstört. Nach den ganzen Jahren
der Magersucht und dem allen war ich es so leid, ich dachte, das
Leben geht wirklich schnell vorbei. Du hast Jahrzehnte
gegen dich gekämpft, irgendwann musst du dich mögen. Irgendwann muss der Punkt kommen,
wo man sagt, ich bin, wie ich bin. Weiß nicht, wie’s in einem Jahr ist,
aber so. Ich hab hautenge Fummel angezogen
und bin auf die Bühne. Wunderbar.
(Applaus) Und diese Erkenntnis
war einfach irgendwann da? Es gab kein Erlebnis oder Gespräch,
dass Ihnen das so aufgeploppt ist, sondern das war einfach da?
– Nee. Die Magersucht prägt einen schon,
können Sie sicher mitbeurteilen. Du führst ja in einer Sucht
immer einen Kampf. Den wollte ich nicht mehr kämpfen.
– Ja. Es war schwer, mit den Depressionen
durchs Leben zu kommen und überhaupt zu funkionieren. Das war ein Prozess,
der mir das gesagt hat. Ich hab ja auch unheimlich Glück,
weil ich hab einen sehr lieben Mann schon 27 Jahre an meiner Seite.
Ein Ossi, aber er spricht Deutsch. (Gelächter) Somit hab ich schon
einen Flüchtling aufgenommen. Und mein Mann hat mich
immer gerne angefasst, jedenfalls sagt er das.
Dafür liebe ich ihn. Herzlich willkommen im “Nachtcafé”!
(Applaus) Also … Um das klar zu sagen, das war anders
als bei Frau Neidek. Nie ein Thema, das Gewicht,
in Ihrer Ehe, in Ihrer Beziehung? Sondern eher was Sinnliches. So hat’s mich mein Mann
spüren lassen. Und ich glaub, ich hab
ein ganz gutes Bauchgefühl. Ich find nicht alles an mir gut,
aber ich hab weiche Haut. Gell, Schatzi?
(Gelächter) Das ist ein Gag,
den ich schon gebracht hab. Aber ich mach das auch auf
der Bühne. Ich hol meinen Mann. Hinterher kommt immer die Frage:
“Ist das wirklich Ihr Mann?” Nach dem Motto: Die kleine Fette hat
einen großen Hübschen abgekriegt! (Gelächter) Ich sag immer,
weil ich gut bin im Bett. Und ich sag dann immer:
Schatz? Liebst du mich? – Ja. Bin ich zu dick?
– Nein. So muss das gehen.
(Gelächter, Applaus) Selbstliebe macht ja
unglaublich schön und attraktiv. Ich hab einfach so lang gebraucht,
mich zu mögen. Ich hab so viel dagegengearbeitet
und gegen mich. Und es ist halt
auch so kontraproduktiv, auch diese Frauenzeitschriften.
Ne, du liest eine. Kennt ihr das? Hups, entschuldige!
– Das war nicht mein Glas. Ich wollt nur …
– Frauenzeitschriften? Pass auf: Die ersten zehn, 20 Seiten
sind: “Sei du selbst.” “Steh zu dir, finde dein Inneres.
Du bist toll, wie du bist.” Dann kommen 20 Seiten Diät,
Abnehmen, ja? Dann kommen 15 Seiten
die leckersten Kuchen und Torten. Das ist doch schizophren.
(Gelächter, Applaus) Und magersüchtige Promis! Herr Klotter?
– Ich möchte dazu sagen, die Zeitschriften, die Printmedien
wollen das nicht mehr machen. Aber die Leserinnen verlangen das.
– Ja. Wenn die das absetzen …
– In der Reihenfolge? Ja.
– Es gibt immer vor Weihnachten “Der leckerste Weihnachtsbraten”
und danach “Blitzdiät”. “Der schönste Osterbraten”,
dann: “Blitzdiät”. Ja, das ist immer.
– Aber Sie sagen, die Zeitschriften
wollen das nicht machen. Profitieren nicht viele
von diesen ganzen Diäten? Die wollen die Diäten
nicht mehr machen. Denen steht es hier mit Diäten.
Sie wissen, es funktioniert nicht. Dass sie nie wirken und der ideale
Einstieg in Essstörungen sind. Sie wollen
was ganz anderes schreiben. Sie dürfen das nicht schreiben, weil die Leserschaft
das nicht akzeptiert. Und sofort gibt’s Auflagenschwund.
Sofort. Es dauert Generationen,
bis dieses Denken raus ist. Aber woher kommt denn dann
dieses Verlangen nach den Diäten, nach den Abnehmwegen, ist das einfach
für uns eine Lebensbeschäftigung, ein Zeitvertreib,
oder was steckt dahinter? Wir leben
in einer essgestörten Gesellschaft mit einem irren Schlankheitsideal,
das wir nicht erreichen können. Aufgrund der Konstitution. Die
meisten sind dafür nicht geschaffen. Trotzdem streben alle danach, weil
es eine normative Erwartung gibt, dass wir so schlank sein müssen,
damit wir Erfolg haben und so. Und tatsächlich …
– Wenn man sagt: “Ich muss beim Sex
immer den Bauch einziehen”, dann hast du keinen Sex,
dann machst du Gymnastik. Ja? Also …
(Gelächter, Applaus) Noch mal kurz zurück … Wir müssen mal festlegen: Wer legt
fest, was eine ideale Figur ist? Gute Frage.
– Ich denke, ich oder wir beide legen das für uns fest,
ich für sie, sie für mich. Der Hans ist super, wie er ist.
– Bitte? In Bayern sagt man:
“Des is a Mannsbild.” Soll ich’s übersetzen?
– Ich diskutier gerade ernsthaft. Okay.
– Ich bin ganz seriös gerade. Ich bitte das zu akzeptieren.
(Gelächter) Nein, aber wirklich:
Wer legt das fest, diese Zeitungen? Irgendwelche Gurus,
die – ich weiß nicht – jeden Tag
ein neues Jackett brauchen, weil es durchgeschippert ist …? In den 60er-Jahren,
zu Zeiten des Mangels, oder bis in die 60er war ja ein
Wohlstandsbauch noch was Positives. Absolut.
– Also wie ist das entstanden, dieses Schlankheitsbild,
von wem wird es initiiert? Es wird gesellschaftlich produziert
als Gegenstrategie zur evolutionären Programmierung
“Iss, so viel du kannst.” Eine Gegenstrategie.
Dann ist es so: In dem Augenblick, wo alle beleibt sein können, setzen
sich die sozial besser Gestellten mit Schlankheitsidealen
von denen da unten ab. Das ist die Geschichte der letzten
50 Jahre in Deutschland. Nicht nur. Gesellschaftlich heißt, es ist quasi
Naturgesetz, dass das dann passiert? Nee. Trotzdem wird es
kollektiv produziert. Es gibt keinen Regisseur,
der sagt, jetzt machen wir das. Eine Bevölkerung, eine Gesellschaft
produziert das Schlankheitsideal, damit sich die besser Gestellten
absetzen können. Früher haben sie sich abgesetzt,
indem sie wohlbeleibt waren. Sie wären ideal, du wärst super
vor hundert Jahren gewesen. Du nicht ganz, musst etwas mehr
wiegen. Das hat sich verändert. Also, heute ist ja jeder DAX-Vorstand
ein Marathonläufer. Kommt mir vor. Keiner setzt mehr
ein bisschen was an.- Genau. Genau so ist es.
– Dicke werden als dumm verkauft. Weil sie zu blöd sind,
sich richtig zu ernähren und nur dasitzen
und Fast Food reinschieben. Aber die Dicken haben ja Spaß, sie
haben Spaß an ihrem Lebensgefühl. Weil sie sich nicht jeden Tag
auf die Waage stellen. Weil sie nicht der Öffentlichkeit
auf dem Blog mitteilen … Das ist kein Angriff.
Ich war mal bei einer Organisation, die immer das Gewicht beobachtet. Da hätte ich am Tag 20 Minuten
aufschreiben müssen, was ich gegessen hab,
wann und wie viel. Wie … Was ich zu essen gedenke.
Bin ich bescheuert? Die Organisation mit den beiden Ws?
– Ja, ja. Die waren ganz nett da,
die Leute, wirklich nett. Haben sich auch Mühe gegeben,
aber das war vergeblich. Ich bekam eine Waage, bezahlt oder
geschenkt weiß ich nicht mehr. Da wurde alles abgewogen! Wenn ich eine halbe Stunde
das Frühstücksei wiegen muss, und dann hab ich das falsche
gekocht, muss ein neues kochen! Das macht doch keinen Spaß.
– Es ist halt … Entschuldige. Nee …
– Nein, nein, nein. Nee, Doc.
– Also, was auch … Will jetzt keiner von beiden?
(Gelächter) Was Herr Meiser sagt,
ist ja auch das Fremdbild, das man von außen bekommt, und das,
was man selbst irgendwo hat, ne? Grade, was Yvonne gesagt hat,
dass sie gar nicht merkt, dass sie abgenommen hat, dass
manchmal das alte Bild da ist, das war bei mir auch vorher so. Ich war ja vorher Fußballer,
hab 80 Kilo gewogen. Wenn du plötzlich das Doppelte
wiegst, das kommt im Kopf nicht an. Du guckst in den Spiegel,
rasierst dich morgens. Und dir fallen immer
erst Sachen auf, wie wenn du nicht mehr ins Auto
passt oder hinters Lenkrad. Oder wenn im Flugzeug
die Stewardess fragt: “Geht der Gurt zu oder brauchen Sie
eine Gurtverlängerung?” So. Und das sind dann so Punkte,
wo man dann drüber nachdenkt. Bei mir ist es oft so, ich hab ja
auch 50 Kilo abgenommen, und das ist … Im Kopf
muss das auch erst ankommen. Hat auch Christoph gesagt,
das ist wichtig. Ich war die längste Zeit
meines Lebens schlank bis dürr, bis das vor ein paar Jahren
passiert ist. Und ich fühl mich im Kopf
auch nicht fett. Das ist vielleicht auch das. Ich … Manchen siehst du an, dass sie sich
fett fühlen – die bewegen sich so. Wenn Sie auf der Bühne stehen und das
machen, was wir grade gesehen haben, nämlich selbstbewusst
damit umgehen … Sie spüren ja die Leute, Sie sehen
die Frauen und Männer im Publikum. Was glauben Sie,
welchen Nerv treffen Sie denn da? Erstens mal, dass diese ganz Dürren
die Perspektive wechseln. Es ist so: Jede Frau in Deutschland
– darf man nicht sagen … Wenn du sagst: “Du hast einen fetten
Arsch”, die glaubt das. Auch mit Größe 36. Jede strahlt,
wenn du sagst: “Du hast abgenommen.” Das ist einfach so unglaublich
in unseren Köpfen drin. Was ich will, ist,
mich zu solidarisieren. Mit den Frauen, die zwei, drei
Kinder haben oder einen Hashimoto. Die nicht perfekt sind,
sich zurückstecken und denken, sie sind nicht anerkannt
oder nichts wert. Ich krieg auch schöne Briefe.
Neulich eine Mail: “Hallo, Frau Aumeier, ich hab
ein enges Abendkleid, Größe 48, das zieh ich am Samstag wieder an.”
Da dachte ich, cool! Ich beschäftige mich vor allem …
Ich versuch, das … ad absurdum zu führen, etwa: “Kohle-
hydrate ab 18 Uhr machen dick.” Kohlehydrate wissen gar nicht,
wie viel Uhr es ist. Ja? Das ist …
(Gelächter, Applaus) Gell? Es ist ihnen völlig egal,
wann du die isst. Ja? Völlig zutreffend. Völlig korrekt. Oder zum Beispiel:
“Ist Sport so wichtig?” Ja. Aber es soll
was Besonderes bleiben. (Gelächter) Bloßes Joggen. Bei den meisten
Frauen schaut Joggen aus wie Sterben mit Anlauf. Ja?
(Gelächter) Ich würd nur joggen, um mich
mal wieder keuchen zu hören. Mal in die Richtung, ja? Also … Herr Klotzbier,
Sie haben einmal 160 Kilo gewogen. War Ihnen das,
bei allem Selbstbewusstsein, das hier rüberkommt, war Ihnen das
in bestimmten Situationen peinlich? Definitiv. Da gab es einige Momente,
wo ich zum Beispiel bei einem Kundentermin
beim Essen plötzlich mit dem Stuhl zusammengebrochen bin.
(Gelächter im Publikum) So, in dem Moment hast du keinen
Hunger mehr und willst eigentlich aus dieser Situation nur raus.
Du überspielst das dann ein bisschen mit Humor,
und dann geht es weiter. Wie sind denn die Reaktionen
von außen? Sie haben gerade
das Flugzeug-Beispiel angesprochen. Wenn Sie in den Urlaub fliegen
und sitzen da in dieser Reihe, vielleicht noch ein Mittelplatz –
da schwappt von links und rechts auch nicht eine Welle der Sympathie
entgegen, oder? Definitiv nicht. Das meint ich.
Man arrangiert sich dann in seinem Leben und vermeidet auch
die Sachen, wo man merkt, da könnte es irgendwie vielleicht
eng werden. Also, heute im Flugzeug
habe ich mich ziemlich wohl gefühlt. Wie ist das bei Ihnen losgegangen,
wenn Sie das beschreiben, dass Sie Schritt für Schritt
zugenommen haben? Bei mir war es so: Ich habe
leistungsmäßig Fußball gespielt, fünfmal die Woche trainiert,
zwei Wettkämpfe, da kannst du natürlich
auch mehr essen. Dann hatte ich einen Kreuzbandriss, hab erst mal aufgehört,
dann wieder weitertrainiert und hatte den zweiten Kreuzbandriss. Dann habe ich nicht
übermäßig viel gegessen, nur der Sport war dann komplett weg. Und dann nimmt man so sukzessive zu.
Dann sind es mal hier zehn Kilo, mal da fünf Kilo. Dann denkt man
sich, wie Yvonne beschrieben hat: Na ja, jetzt ist die Hundertermarke
geknackt, wenn es nicht mehr wird, ist es nicht schlimm.
Irgendwann ist man bei 160 Kilo und denkt so: Puh, wie ist man
da eigentlich hingekommen? Das sind nicht mehr ästhetische
Gründe, die da eine Rolle spielen. Überhaupt nicht! – Nicht das, was
wir besprochen haben, die Ästhetik. Sondern dann, in dem Moment,
bremst mich eigentlich das Gewicht am Leben so teilzunehmen,
wie ich gerne möchte. Was haben Sie denn alles getan,
auch erfolglos versucht, um wieder am Leben teilzunehmen? Also, klar macht man dann mal
eine Diät. Dann kommt der 1.1. wieder,
oder es kommt ein Familienevent, wo man denkt, okay,
jetzt könnte man darauf hinarbeiten. Das bringt’s alles nicht wirklich. Was für mich so ein Punkt war,
wo ich aufpassen musste: So bis 2XL bekommt man noch
Klamotten im normalen Laden. Aber alles, was darüber hinaus geht,
wird schon schwierig. Da habe ich einen Laden gefunden,
da gab es halt 5XL bis 10XL. Das war dann auch
ein bisschen mein Verderben, weil man dann
nicht mehr gezwungen war, auf die 2XL zu schielen
und da wieder aufzuhören. Es ist Ihnen entglitten,
einfach passiert. Sie haben die Kontrolle darüber
gänzlich verloren. Nicht beachtet, nicht drauf
geschaut, dann war es da. Hat das Essen denn Spaß gemacht? Oder hatte es eine besondere
Funktion, als Tröstung? Oder war das völlig unwichtig? Also, ich esse sehr gerne,
nach wie vor auch. Deswegen ist es auch so, dass ich
mit Genuss dann auch was esse und mich dann nicht dafür bestrafe,
sondern sage, es hat gut geschmeckt. Ja, ob das eine Funktion hat,
wahrscheinlich unterbewusst eher. Bewusst hat man das
nicht wahrgenommen. Sie haben dann während der Fußball-WM
2014 eine Wette abgeschlossen. Was ist da passiert, worin
bestand die Wette? Erzählen Sie! Wir waren mit Freunden
in der Kulturbrauerei in Berlin, haben dort Fußball geguckt,
zwei Dänen kennengelernt. Das war dann so, dass die Dänen
irgendwann besoffen waren, wie das halt …
– Wie das bei Dänen so ist! Bei gutgelaunten Dänen,
ohne Vorurteile zu stärken! Die waren beide sehr drahtig
und sagten: Wir haben Biertrinken verloren,
aber wie sieht es aus mit Marathon? Und mein Kumpel, den hat man auch
auf dem Bild gesehen, der hat sofort eingeschlagen
und gesagt: Ja, machen wir! Da dachte ich so: Puh!
(Gelächter) Am nächsten Tag im Hotel habe ich
ihn gefragt, und er sagte: Von der Wette
weiß ich nicht mehr so konkret was. Dann war es auch lustigerweise so,
dass 2016 der Berlin-Marathon auch noch genau auf meinen
Geburtstag gefallen ist. So, dann habe ich gesagt: Okay, das ist wohl ein Wink
mit dem Schicksalszaun oder mit dem Zaunpfahl,
und dann habe ich losgelegt. Wie lange hat das dann gedauert?
Sind Sie sofort eingestiegen? Haben Sie sich
einen Startpunkt gesucht? Nee, das hat von Sommer bis Dezember
noch gebraucht. Dann hat man noch ein bisschen
zugenommen, hat noch gedacht: Okay, die Wette hat es vielleicht
doch nicht gegeben. Dann aber ab dem 1.1.2015
habe ich dann losgelegt. Sie brauchten schon so ein Datum,
und dann: Okay, 1.1., und los geht’s! Und wie losgelegt? Also ich hab erst mal
das Auto stehengelassen und bin mit dem Fahrrad zur Arbeit
gefahren, also 20 Kilometer Fahrrad in den Alltag integriert, die ich
sitzend im Auto verbracht hatte. Das war natürlich schon mal
der erste Schritt. Ich habe mir als Maxime genommen:
Ich will Spaß dabei haben, es soll gesund sein, und ich will es
in den Alltag integrieren. Ich bin auch Familienvater. Da ist es so, dass die Zeit auch
mit dem Sohnemann und der Familie verbracht werden will. Und ich hab dann natürlich
ernährungstechnisch mitgearbeitet, also eine Mischung aus Sport
und Ernährung. – Und jetzt? Entschuldigung, ich wollte erst mal
fragen: Wie schnell gab es Erfolge? Die Erfolge haben sich
sehr schnell eingestellt. Ich habe einen Kilo pro Woche
abgenommen und hatte dann bis September … Da waren es dann schon 45 Kilo,
die runter waren. Wahnsinn!
– Wir wollen das noch mal optisch … (Applaus) Wir wollen das noch mal optisch
Revue passieren lassen und beginnen mit einem Statement
Ihres Arztes, der von dieser Marathon-Idee
erst mal gar nicht begeistert war. Momentan lieg ich bei 110 Kilo.
– Bei 110? Von 160?
– Ja. Richtig. Konnten Sie den Marathon denn
genießen, oder war das eine Quälerei? Nee, es war schon ein Genuss. Grade,
wenn man eineindreiviertel Jahre darauf hintrainiert und …
Sie haben ja Herrn Dimeo gehört, der war ja gar nicht so begeistert
von meiner Idee. Dann geht man wirklich an den Start,
und es ist auch der Geburtstag, das heißt Familie war vor Ort,
Freunde. Und es haben sich auch
drei Fußballfreunde von damals direkt mit angeschlossen, gesagt:
Mensch, wenn du das machst, machen wir mit. Also ich hatte auch
ganz vielen Leuten davon erzählt, habe die ins Boot geholt,
um mehr Druck aufzubauen. Woran haben Sie gedacht, als Sie dann
das Ziel vor sich gesehen haben? Ja, es war Wahnsinn. Ich habe
einen Anfängerfehler gemacht, den jeder Berlin-Marathon-Läufer
macht. Ich laufe durchs Brandenburger Tor
und reiße die Arme hoch, weil ich dachte, wenn es durch
das Tor geht, muss ich im Ziel sein. Dann sagten Leute:
Nee, es geht noch 200 Meter weiter. Dann hatte ich aber schon
den Bremsfallschirm ausgeworfen und musste noch mal beschleunigen,
um 500 Meter weiterzukommen. Und, ja, im Ziel gab es eine
Medaille, und das Medaillenmädel war mir nicht ganz so wohlgesonnen,
weil die habe ich erst mal gedrückt und hochgehoben,
und nach 42 Kilometern hat die sich nicht ganz so
danach gesehnt wie ich. Dass Sie die Kraft
überhaupt noch gehabt haben! Was sind Ernährungsteufel?
Der Begriff ist grad gefallen. Ja, ich meine, es ist für mich so, dass es eine Mischung
aus Ernährung und Sport ist. Manchmal muss ich schon auch
aufpassen, dass ich in alte Verhaltensmuster
zurückfalle. Ne, da muss man …
Es ist für mich auch klar, dass das nicht ein Thema ist, das
mit dem Marathon abgeschlossen ist. Sondern ein Thema, das mich
lebenslänglich begleiten wird, und deswegen muss ich darauf achten. Das ist auch meist
die Kettenreaktion, die entsteht, wenn jemand
sein Wunschgewicht erreicht hat. Das bedeutet, es bleibt nicht nur
beim Körperlichen, sondern, wie Sie eben gesagt haben,
Ihre Freunde schließen sich an, um mit Ihnen zusammen zu laufen. Das hat ganz viel im sozialen
Bereich, was sich verändert. Das ist oft wie ein Dominoeffekt,
der sich durchs Leben zieht. Für mich ist es dann immer
der Moment zu sagen: Okay, wo ist das Bewusstsein jetzt?
Kann man das auch mit in den Alltag bekommen, dass man sagt:
Ich ernähre mich jetzt gesund, wie es für mich richtig ist,
weil das bleibt oft auf der Strecke. Der Körper ist wichtig, aber wir
nehmen selten unser Bewusstsein mit. Genau, ich bewege mich hier
zwischen Zwang und Disziplin, da ist ein ganz großer Unterschied.
Die Magersucht, die ich hatte, war ein Zwang. Jetzt genieße ich
die Freiheit, dass ich nichts muss. Ich muss nicht essen,
nicht erbrechen, keine Abführmittel nehmen –
ich kann einfach sagen: Ich esse. Ich habe heute auch wenig gegessen,
ist mir nicht so aufgefallen. Ich esse, wenn ich Hunger habe,
aber dann auch gute Sachen. Wo stehen Sie denn da?
Entschuldigung, Frau Neidek? Ich esse auch,
wenn ich Lust und Laune habe. Ich bin Busfahrerin, hab manchmal
Nachtschicht bis vier Uhr früh. Und wenn ich da noch Lust hab auf
Nudeln, die von mittags da sind, dann esse ich die morgens um vier.
Nur bestimmt mein Magen die Mengen. Das bringt mich dazu,
dass ich mein Gewicht halte. Aber man hat’s nimmer
ständig im Kopf. Das war ein wichtiger Moment:
Ich esse dann, wenn ich Hunger habe. Wenn ich Hunger habe. Unsere
Gesellschaft, ein anderes Problem, hat uns antrainiert:
Hunger ist total schlecht. Hunger darf man nicht haben.
Das ist aber eine Notwendigkeit, weil das sagt uns,
wann wir Nahrung brauchen. Wenn ich esse, wenn ich Hunger habe,
körperlichen, dann kann ich essen. Wenn ich versuche,
Emotionen zu stillen mit dem Essen, dann habe ich ein großes Problem. Ich habe mich gefreut, wenn nachts
mein Magen geknurrt hat. Dann habe ich mich
als mächtig empfunden. “Ich kann
diesen Körper kontrollieren.” Wie saudumm kann man sein,
weiß ich heute! Herr Klotzbier,
wo stehen Sie denn jetzt? Ich stelle mir vor, Sie hatten
dieses Ziel, ein riesengroßes Ziel. Jetzt sind Sie durch dieses Ziel
durchgelaufen, wortwörtlich, haben diesen Marathon geschafft.
Das hat Sie am Laufen gehalten, ja? Was sind jetzt die Ziele, oder
haben Sie schon das Bewusstsein, oder sind Sie schon in dem Rhythmus,
dass Sie sagen: “Ich setze das fort”? Es geht weiter und es gibt nicht
diesen Jo-Jo zurück. Ja, letztendlich ist es so,
wenn man so ein Ziel erreicht hat, ist auch ein Stück weit Leere
danach. Also Oktober, November, Dezember, da ging es dann schon auch erst mal
gefühlstechnisch runter. Was jetzt für mich
die nächste Herausforderung ist, ist von diesem Projekt Marathon,
von diesem Projektbezug es in den Alltag
weiter zu überführen, sich noch bewusster zu werden –
was der Jan Becker meint – und es halt noch mehr
Alltag werden zu lassen. Aber wir sehen noch mal
diese körperliche Veränderung. Wenn man das jetzt sieht, von 160
jetzt 50 Kilo weniger, ja genau. (Applaus) Sehen Sie sich jetzt schon
als derjenige, der da rechts steht? Wie Sie gesagt haben,
man muss das erst für sich annehmen? Sind Sie schon der schlankere Mensch? Teilweise ja, teilweise fällt es
einem immer noch schwer. Es ist wie wenn man früher mal
einen Bus gefahren hat und jetzt einen Mini hat und den Mini in die Busparklücke
kriegen will. Man muss sich das immer wieder
vergegenwärtigen. Deswegen schaue ich mir auch immer
wieder die alten Videos oder die Bilder vom Marathon
gerne an, um das wieder
auch in den Kopf zu kriegen. Bei vielen,
die erfolgreich abgenommen haben, da schlägt dann der Jo-Jo-Effekt zu.
Wie kann man das vermeiden? Ich möchte erst mal sagen, dass von
100, die eine Behandlung machen, Diät oder in Behandlung gehen
wegen Übergewicht, langfristig es nur 5 Prozent halten.
Fünf Personen. Die langfristigen Erfolge
sind nicht vorhanden. Die Minderheit aus Deutschland,
die sitzt gerade hier, zufällig. Aber das ist sozusagen nicht
das Übliche … Jo-Jo vermeiden,
indem langfristig etwas geschieht. Ich find es super,
in langen Zeiten zu denken und nicht zu sagen:
in zwei Wochen der Waschbrettbauch. Langfristig, geduldig,
kein Ausnahmezustand. Das ist sehr wichtig.
Kein Ausnahmezustand. Und so,
dass ich mich weiterhin gut belohne. Die Nicht-Belohnung
halt ich nicht durch. Wie viel an unserem Gewicht
ist eigentlich Veranlagung? Leider zu viel.
Das heißt, es gibt die Idee … Es gab früher die Idee,
dass Übergewicht entsteht über falsche Essgewohnheiten. Jetzt ist ganz klar, dass die gene-
tische Disposition entscheidend ist. Das heißt, wenn mein Vater
füllig ist, meine Mutter füllig ist, meine große Schwester füllig ist und
die nicht jeden Abend Chips essen, sollte ich von mir nicht erwarten,
ganz schlank zu sein? Schlechte Karten,
um ganz schlank zu sein. Definitiv. Die Gene spielen eine große Rolle. Kann man dazu auch erzogen werden?
– Ja, na … Ich bin ja ein Nachkriegskind.
Und ich war so was von rachitisch, und dann – wirklich wahr – hat man
mich nach Bad Rappenau geschickt, zweimal sechs Wochen,
in so ein Fettmacherinstitut … “Fettmacherinstitut” …
– Ja, nein! Und ich kann mich noch erinnern,
bei einem dieser Aufenthalte bekamen wir dreimal am Tag
aus einem großen Eimer so einen Löffel …
Was war das, Malz oder so was? Dann sagte die Mutter:
“Du muss jetzt fett werden!” Ich blieb so dünn,
bis ich aufgehört habe zu rauchen. Die Familie ist auch nicht
so ganz schlank, aber das sind keine Wisente
oder so … Meine Schwester ist Ärztin,
auch Kardiologin. Und die sagt: Die neuesten wissen-
schaftlichen Erkenntnisse sind die: Die Menschen leben am längsten,
die ein bisschen Übergewicht haben, aber sich gerne bewegen,
also keine Couch-Potatoes sind. Die sagen: Ja, ich geh da mit!
– Wir beide. Hans, ich sag’s dir: Eigentlich
müsstest du ein Bayer sein. Der Prof sagt das auch.
– Danke. Wenn Übergewichtige trainiert sind,
gibt’s keine Gesundheitsgefährdung. Oder minimale Verschiebungen.
Also völlig richtig. Und Übergewicht schützt auch
gegen bestimmte Erkrankungen. Dieses Bild “Übergewicht gleich
krank” ist nicht aufrechterhaltbar. Herr Becker, Sie sind Hypnotiseur. Und Sie sagen, Sie können Menschen
auch dabei unterstützen abzunehmen, wenn das ihr Wunsch ist. Stellen wir uns mal vor,
Herr Klotzbier kommt zu Ihnen, fühlt sich einfach nicht wohl,
fühlt sich zu füllig … Was machen Sie da?
Erklären Sie es uns. Es war lustig, als wir gemeinsam
hierhergefahren sind, kam eigentlich genau diese Frage,
und mir schoss in den Kopf: Ein Ziel zu haben, Marathon
zu laufen, ist erst mal gut. Nur wenn das Ziel weg ist,
hab ich dann ein kleines Problem. Bei mir geht’s darum, das Ganze
ins Bewusstsein reinzubringen und zu versuchen, den Körper
nicht in Stress zu bringen. Aber was heißt das jetzt praktisch?
Wenn viele Hypnose hören, denken sie immer noch, irgendwas
bewegt sich hier vor den Augen … Ja.
– Wie läuft das denn rein praktisch? Man kommt zu Ihnen, und was läuft da?
– Genau, ja. Zum einen: Ich hab vor einem Jahr
eine Hypnose im Radio durchgeführt, wo alle Menschen zuhören konnten. Dann haben plötzlich
vier Millionen Menschen zugehört. Das ist fürs Radio
wirklich unglaublich. Und die Moderatorin hat damals
20 Kilo innerhalb von sechs Wochen
abgenommen. Ich saß da und dachte: Warum? Ich hab eine halbe Stunde
zum Publikum gesprochen, das draußen
an den Radiostationen saß, und das hat
eine enorme Wirkung entfaltet. Dann fing ich an,
hab dieses Buch gemacht: “Du kannst schlank sein,
wenn du willst”. Ich fing an, die einzelnen Prozesse
herauszufiltern. Was ist es genau? Was mir immer wieder gespiegelt
wurde, ist dieser Moment: Cortisol, Stressmacher, verhindert
eigentlich, dass wir abnehmen. Dass wir unser Wunschgewicht
erreichen können. Ich bin ein absoluter Gegner von so
Twiggy-Figuren, das ist auch Stress. Das ist absoluter Stress,
das zu halten. Und ich finde auch,
wenn diese Bilder in der Öffentlichkeit
präsentiert werden, das bringt uns alle unter Stress. Das sind Wunschbilder, Traumbilder,
die noch nie jemand erreicht hat. Entschuldigung – “Twiggy-Figuren”?
– Hieß die nicht Twiggy? Twiggy war Twiggy, genau.
– Eine ganz Unterernährte … Ganz unterernährt, ja, ganz dünn.
– Mitte der 60er-Jahre. Ein Model aus den 60er-Jahren. Das Schönste am Zunehmen
bei mir war: Ich hatte plötzlich einen Busen. Ich hab Gymnastik gemacht, so:
“Hallo?!” Das fand ich schön. Jan, du wolltest doch
dein Buch noch vorstellen. Mein Buch? Ja. “Du kannst
schlank sein, wenn du willst”. In erster Linie geht’s bei uns
um Themen, nicht um Bücher. Aber jetzt noch mal im Detail. Sie haben gesagt,
der Stress ist der Auslöser. Genau.
Stress ist ein ganz großer Auslöser. Aber dann kann ich ja sagen, ich
seh zu, dass ich weniger Stress hab. Wozu brauch ich dann Hypnose?
– Um Ihnen das näherzubringen, wie schnell und wie gut man
eigentlich entspannen kann. Der zweite Punkt ist: Die Geschichte, die wir über uns
erzählen, das ist unsere Realität. Wir meinen, dass unsere Situation
über unser Gefühlsleben entscheidet. Dem ist nicht so. Ich sag immer:
Deine Gedanken sind keine Fakten. Ein anderer Mensch könnte dieselbe
Situation ganz anders wahrnehmen. Das tun wir immer
durch die Geschichte, die wir über uns selbst erzählen. Das Schöne ist, wir haben hier heute
Abend acht Geschichten, die hier sitzen, die über
diesen Moment erzählt werden. Acht verschiedene Realitäten.
Wenn man sich dessen bewusst wird und man anfängt, eine neue
Geschichte über sich zu erzählen, sei es: “Ab sofort
bin ich Marathonläufer”, sei es: “Ich bin absolut zufrieden
mit meiner Figur”, sei es: “Ich brauch das Ganze,
weil ich bin Comedian” … Dann sind wir
in der Realitätsgestaltung. Und Hypnose ist nichts anderes,
als dir die Möglichkeit zu geben, eine neue Realität zu gestalten. Und
jetzt kommt ein wichtiger Moment: Dort, wo wir heute alle
rausgekommen sind, zu sagen: Ich seh mich eigentlich
noch gar nicht so, dass ich abgenommen habe,
schlank bin. Wenn ich in den Spiegel schaue,
sehe ich mich noch übergewichtig. Da setz ich an.
Ich baue erst einmal dein Idealbild aus dir selbst heraus, das du
tatsächlich im Spiegel sehen kannst. Dann nähern wir uns dort an. Also, ich sehe mich heute,
sehe aber auch das andere Bild, auf das ich mich zuentwickeln kann.
Das ist eigentlich die Story. Das ist im Grunde genommen
die Story, die Geschichte, die ich erzähle. Interessanterweise können wir sogar
unsere Vergangenheit verändern. Eine neue Haltung
zu unserer Vergangenheit bauen, indem wir anfangen,
neu zu visualisieren. Das ist sehr spannend, würde
ein bisschen den Rahmen sprengen. Aber wenn ich schon mal anfange,
meine Vergangenheit aufzuräumen, durch die Geschichte,
die ich darüber erzähle, dann kann ich anfangen,
ein neues Körperbild zu entwickeln. Ein neues Gefühl für mich
zu entwickeln. Und ganz wichtig:
ein neues Wohlgefühl. Ich schätze mich wert.
Mein Körper ist ein Schatz. Die Seele, die in mir ist,
ist wertvoll. – Das tun wir doch. Es gibt ja diesen neuen Begriff
der “alternativen Fakten” – oder wie wir das da gehört haben …
– Haha, ja, super. Eigentlich ist es mir doch
vollkommen egal, was dang, dang, dang, dang, dang
zu mir sagt oder so. Ich muss leben, so wie ich bin, und ich war vor zweieinhalb Jahren
zum letzten Mal beim Arzt, und der hat zu mir gesagt, das ist
alles fast wie aus dem Lehrbuch. Der Blutdruck stimmt. Alles stimmt.
Was will ich denn mehr machen? Aber Hypnose –
ich hatte eine Zeit lang, um die Panikattacken wegzukriegen,
diese EMDR-Therapie. Das ist so was Ähnliches. Ich konnte
mich jetzt an schlimme Momente in meinem Leben zurückerinnern,
die zulassen, die Angst empfinden. Und jetzt kann ich mich
zurückerinnern, ohne dass das Gefühl mich quält.
– Du hast plötzlich einen Abstand. Das tun wir – also nicht ich … Wenn wir davon ausgehen,
Hypnose hilft mir, haben wir genau so ein Problem
wie bei “Die Diät hilft mir”. Es geht immer nur darum,
eine Selbstwirksamkeit herzustellen. Wenn ich die neue Geschichte,
das neue Bild im Kopf hab, dann ist es so, dass dann Ernährung,
Sport und das alles nachzieht, weil ich mich anders sehe als vorher?
– Interessanterweise ja. Ich erlebe,
dass Menschen mir dann sagen: Plötzlich hab ich Lust auf Sport. Ich war eigentlich
ein Bewegungsmuffel. Plötzlich steh ich
vor dem Kühlschrank – normalerweise hab ich mir jeden
Abend eine Tüte Chips reingezogen -, und jetzt denke ich mir,
lassen wir die Chips einfach weg. Ohne Verbot. Das ist wichtig.
– Genau. Ich würde sagen Jein. In unserem
Kopf ist das limbische System, und das verlangt bedingungslos
Belohnungen. Die Belohnung bestimmt auch
unser Denken. Das ist genau richtig,
was Sie sagen, nur wir schaffen ab sofort in der
Hypnose eine neue Belohnungsform. Das heißt,
wenn ich vor dem Fernseher sitze und mir Gummibärchen und Chips rein-
schiebe, geht es nicht um Hunger, sondern um eine Form von Belohnung,
von Entspannung. Oder wenn ich im Büro sitze
und nebenbei Gummibärchen esse, geht’s um Belohnung. Unser Gehirn ist ständig
auf der Suche, belohnt zu werden. Jetzt hab ich das trainiert.
In der Hypnose – ich find, das Wort “Hypnose” ist so
stark, weil es Emotionen auslöst. Es ist Realitätsbildung. In diesem Moment finde ich eine neue
Art und Weise, mich zu belohnen. Aber diesmal ohne zu essen. Dann sprechen wir
unser limbisches System auch an. Ich versteh kein Wort hier.
Wie funktioniert das denn? Nein, ernsthaft!
Ich komm da hin, muss ich mich jetzt auf den Tisch
legen und ausziehen oder was? Wie funktioniert das? Ich frag ja
vor einem gewissen Hintergrund. Man hat zweimal versucht, mich in eine komische Sendung
mit Hypnose einzuspannen, und das ging nicht. Der eine hat
gesagt: “Du bist zu intelligent”. Das will ich gar nicht weiter
bewerten, ist ja dummes Zeug. Der andere hat gesagt –
das glaub ich eher: “Du bist ein zu starker Realist”.
Da ging’s um was anderes. Ist ja egal jetzt.
Also, ich komm jetzt her, ich möcht jetzt ab nächster Woche
85 Kilo wiegen. Was man Ihnen
in dem Moment gesetzt hat, ist eine neue Erwartungshaltung.
Wenn Sie die Erwartung haben, ich bin ein Realist, bei mir klappt
das nicht, dann klappt es nicht. Meine erste Aufgabe ist, eine
neue Erwartungshaltung aufzubauen. Etwa durch kleine Momente,
wo Sie merken: Das, was ich denke,
wird zur Realität. Also, ich muss mich fallen lassen.
– Nee, neue Erwartungshaltung. Das ist ganz wichtig. Und dann setzen wir den Fokus. Wir alle erleben diesen Zustand
der Trance Tag für Tag. Bei diesem Gespräch,
wenn wir uns anschauen, wir versinken in dieses Gespräch,
Sie hören meine Worte, und alles andere
wird ausgeblendet. Das ist ein Trancezustand.
Wenn wir ein Buch lesen, wir voll und ganz darin versunken
sind, gehen wir in uns hinein, und haben dann die Möglichkeit … Ich will nicht sagen,
etwas umzuprogrammieren. Worte sind unglaublich machtvoll.
Aber wir sind in uns, wir versenken uns und
konzentrieren uns auf einen Moment. Ähnlich wie ein Makroobjektiv
an der Kamera. Ganz nah an den Moment heranfahren,
der Kontext spielt keine Rolle. Jetzt können wir da was verändern.
– Noch ein paar Fakten: Wie viele Sitzungen,
wie teuer ist das? Mein Ziel ist es tatsächlich,
das in einer Sitzung hinzubekommen. Bei mir ist es so,
ich hab noch ein Onlineprogramm, zu dem der, der zu mir kommt,
auch diesen Zugang hat. Da wird er noch mal
drei Wochen begleitet. Aber mir ist es ganz wichtig,
dass wir am Anfang den Grund finden, warum überhaupt.
Eine kurze Geschichte: Bei mir war gestern eine Frau,
die meinte: “Ich will wissen,
warum ich nicht abnehme”. Sie hatte von Geburt an
eine Krankheit: Die eine Hälfte ist männlich,
die andere weiblich. Sehr interessant.
So auch noch nie erlebt. Und sie hat
diesen ständigen Konflikt. Und plötzlich lösen wir was in ihr,
kommen an einen Punkt, und sie macht die Augen auf und
sagt zu mir: “Wissen Sie was?” “Ich glaub, ich bin sehr zufrieden,
so wie ich bin.” Dann sag ich in diesem Moment
bestimmt nicht: “Sie müssen noch 20 Kilo abnehmen,
deshalb sind Sie doch hier.” Dann haben wir den Kern gefunden,
und ich bin sicher, es geht los. Wie teuer ist so was?
– Das ist unterschiedlich. Er will’s nicht sagen.- Wir
reden ja auch nicht über mein Buch, dann reden wir auch nicht
über die Preise. – Okay. Sagt Ihnen das was,
oder ist das ähnlich fern wie Herrn Meisers Beschreibung? Nee, was Jan Becker sagt,
kenn ich vom Laufen. Beim Laufen kommst du ja auch fast
in so einen Trancezustand. Und ich hab dieses Bild
immer vor mir gehabt, wie ich beim Marathon
durchs Ziel laufe. Das war für mich so programmiert, dass es gar keine
andere Möglichkeit gab, das überhaupt nicht zu schaffen. Wie ist das
aus wissenschaftlicher Perspektive? Gibt’s Studien,
die da Wirksamkeit belegen? Der Mensch verändert sich
wie eine Schnecke. Neurowissenschaftler,
die das Gehirn scannen, sagen, wir brauchen
für eine Veränderung zwei Jahre. Und nur in Begleitung. Eine Stunde kann super sein,
interessant sein, eine Wende sein. Aber Änderungsprozesse sind
extrem schwerfällig. Bis sich die Neuronalen Strukturen
verändert haben, dauert es zwei Jahre. Wir sollten nicht
zu hohe Erwartungen haben, weil die hohen Erwartungen töten. Und schon hat man wieder
Druck und Stress. Genau. Und man sagt:
“Ich kann das eh nicht, dann kann ich das machen,
was ich schon immer gemacht habe.” Wir haben heute Gäste,
die mir ihrem Körper zufrieden sind, wir haben welche, die es nicht waren,
die ihr Gewicht reduziert haben. Aber ich glaube,
wir wissen auch, dass so der Weg zu einem gesunden Verhältnis zum
eigenen Körper sehr schwer sein kann und sehr langwierig sein kann. Frau
Vukovic, Sie haben es angedeutet: Sie haben
eine sehr lange Phase erlebt, in der Sie an Magersucht,
an Bulimie gelitten haben. Wie ist das losgegangen bei Ihnen? Was waren die Anfänge, wenn Sie es
heute noch mal beschreiben würden? Ich finde es immer wichtig zu sagen,
es gibt nicht die eine Ursache, sondern es ist tatsächlich
sehr komplex und sehr individuell. Bei mir war’s so,
dass in der Familie – das wollte ich eben noch
ergänzend sagen – Essen immer
ein sehr großes Thema war. Mein Vater ist Slawe und kann sehr
gut und sehr viel und kräftig essen. Da wird das Brot
morgens schon in Öl eingelegt. Das wird in Öl eingelegt?
– In Öl. Und meine Mutter war viel auf Diät. Und bei mir war’s so, ich war
ein … ja, man kann sagen, ein leicht übergewichtiges Kind, ich
wurde schon im Kindesalter gemobbt und ausgestoßen, durfte nicht
mit auf der Bank sitzen, weil die dann umfiele
wegen Schlagseite, so sagte man. Man hat mich dann eben
auch viel gemobbt. Ich hab unter all dem sehr gelitten,
auch deswegen … Es war so,
mein Vater hatte ein Alkoholproblem, und deswegen hatten wir auch
zu Hause ein bisschen Probleme, und mir fehlte so eine Art Halt.
Ich hatte eben keine Peergroup, und auf der anderen Seite hatte ich
eben zu Hause auch so ein Päckchen. Wie hab ich das kompensiert? Indem ich immer mit mir selbst
gefochten habe. Ich hab gedacht, wenn ich
dünner werde, werd ich geliebt, und dann ist alles in Ordnung.
Ich hab bald auch Diäten versucht, und ich glaub,
irgendwann als ich zwölf war, hab ich das erste Mal
drei Tage lang nichts gegessen. Sie haben schon mit zehn, elf, zwölf
Diäten versucht? Mhm. Genau.
– Hatten Sie da Vorbilder? Noch mal, bitte.
– Hatten Sie Vorbilder? Idole? Nee, das nicht. Nee, nee.
Also, jetzt nicht EIN Idol, aber ich hab … Es war tatsächlich so, ich hab
mit 13 Jahren 73 Kilo gewogen, und andere in meiner Klasse
haben viel weniger gewogen. Und ich wusste halt,
wenn ich auch das erste Mal mit einem Jungen gehen möchte …
– oder hab ich gedacht -, dann muss ich abnehmen.
Und ich hab auch gedacht, und ich weiß heute,
dass das falsch ist, dass ich gemobbt wurde,
weil ich pummelig war. Heute weiß ich, ich wurde gemobbt,
weil ich ein unsicheres Kind war. Das war der Ankerpunkt, aber das
hab ich erst später gemerkt. Wir haben am Anfang auch
über die Waage geredet, und welche Bedeutung die
für alle hier hatte oder hat. Welche Bedeutung hatte für Sie dann
die Waage in den folgenden Jahren? Ja, das ist hier auch
schon öfter zur Sprache gekommen: Ich glaube, wir neigen alle in der
Gesellschaft so ein bisschen dazu, unsere Glücksgefühle
über äußeres Feedback zu bekommen. Wenn andere sagen, wir haben
abgenommen, dann lachen wir. Wenn wir gute Noten bekommen, dann
sind wir zufrieden und so weiter. Also, im Fachbereich heißt das extrinsische
und intrinsische Motivation. Das eine, um ein bestimmtes Ziel
zu erreichen, einen Marathon zu laufen, aber es gibt auch die Motivation
aus einem selbst heraus. Bei mir waren die Waage und auch
das Feedback anderer enorm wichtig. Weil ich das Gefühl hatte,
nur wenn man mich schön findet, dann bin ich geliebt.
– Genau. Das war eben das für mich Wichtige,
worum sich alles drehte. Und um dann wirklich
in die Krankheit einzusteigen – da hatte ich mal einen Film gesehen,
da war ich auch etwa 13. Einen amerikanischen Film.
Zwei Mädchen haben sich übergeben, High-School-Girls, wunderschön,
und am Ende ist eine gestorben. Und das hat mich nicht abgeschreckt,
sondern ich hab gesagt: Wow! Jetzt weiß ich, wie ich viel essen
kann und trotzdem schlank bleibe. Und hab’s nachgemacht. Und
das war mein Weg in die Bulimie. Und am Anfang war’s so, dass ich
ganz viele Massen gegessen habe, um mich zu übergeben.
Und da konnte ich genießen, dachte ich,
und trotzdem dünn bleiben. Und nach und nach
wurden die Lebensmittel, die ich mir verboten habe,
immer mehr, die Hungerphasen zwischen
den Brechattacken immer länger. So dass ich irgendwann auch
in die Anorexie gerutscht bin und mit 45 Kilo irgendwann
in die Klinik kam. Können Sie sagen, der Auslöser war
damals dieser Moment, zu sehen im Film,
wie man sich übergeben kann? Na ja, man nennt das ja Trigger,
ne? Also, so Reflexreiz. Aber noch mal, ich glaube,
die Ursachen sind sehr komplex. Der Hauptgrund, warum ich
in diese Sucht geglitten bin, war, dass ich ein unfassbar
unsicheres Kind war. In einem rasenden Bedürfnis danach,
geliebt zu sein, beliebt zu sein. Ich hab dafür alles getan. Ich hab
mich selbst immer wieder verraten. Ich bin für dieses Bedürfnis immer
über eigene Grenzen gegangen und so in eine Sucht abgeglitten,
in eine Selbstverletzung. Also, Sucht und Magersucht … Man sagte mir in der Klinik,
dass sei suizidal. Und ich: Was?
Ich bring mich doch nicht um! Ja, was passiert denn,
wenn man nicht isst?! Welche körperliche Wirkung
hatte das denn auf Sie? Na ja, am Anfang ist es …
Also, ganz am Anfang war ich stolz, weil Endorphine wohl ausgeschüttet
wurden und ich glücklich war. Es gab dann
bei diesen Ess-Brech-Attacken, die immer mehr wurden,
eine Hochphase, so 15 am Tag. (Klotter:) 15 am Tag?
– Mhm. Man hat nur noch gegessen,
damit man nicht umkippt, und sich übergeben, weil
man das nicht ertragen konnte. Und dann war’s auch
wie so ein Highgefühl. Also, der Kreislauf,
der da kollabiert. Ja, so eine Art Schwerelosigkeit,
Losgelöstsein. Es kribbelte im ganzen Körper. Und auch das kann natürlich zu
einem gewissen Grad süchtig machen. Weil man das Gefühlt hat:
(Sie atmet laut aus.) Ich glaub, wie eine Art Stress-
abbau, wenn ich so überlege. Aber war das für Sie
selbstverständlich, oder haben Sie sich
manchmal gewünscht: Mensch,
hätt ich doch normale Probleme. Also, haben Sie gemerkt, dass es Sie
immer tiefer reingezogen hat? Nein, das hab ich nie,
ganz, ganz lange nicht. Also, ich ging mit 16,
da war ich schon drei Jahre krank, in die USA als Austauschschülerin. Ich hatte mir vorgenommen,
da ein neues Leben zu starten und endlich beliebt zu werden, mich
dafür aber nicht mehr zu übergeben. Es war natürlich dann
dasselbe Schema nach kürzester Zeit wieder
eingetreten. Ich wurde rückfällig. Und in den USA ist mir dann
eine Toilette übergequillt. Wie, also …?
Sie haben sich übergeben und … Genau. Und so kam meine Krankheit
ans Licht. Also, ich will’s
gar nicht ausführen, aber ich hab’s nicht geregelt
bekommen, meine Gasteltern haben’s
mitbekommen. Und so kam raus,
dass ich krank bin. Und das war dann der erste Step. Ich musste dann zurück nach
Deutschland, sollte Therapie machen. Ich sag, mein Weg zur Heilung
war ein verstopftes Klo, aber es war erst der erste Schritt. Es dauerte weitere 13 Jahre,
bis ich mir eingestand, ich hab ein Problem,
nicht mit meinem Gewicht, sondern mit meinem Selbstwertgefühl,
meinem Verständnis von mir selbst. Wenn Sie über das Selbstbild
reden, haben Sie sich in der Folge
auch erst mal geschämt, dieses Problem zu haben?
Oder wie war das? Ja, ich glaube,
es ist weit verbreitet, dass man alles tut,
die Krankheit zu verheimlichen. Ich hab ja später, wie gesagt … Als ich aus Amerika kam,
machte ich eine ambulante Therapie bei einer Kinder- und
Jugendpsychiatrie. Die sagten,
dass ich in eine WG ziehen soll, um dem Problem Herr zu werden. Da wohnte ich
mit neun anderen Mädchen, die auch alle magersüchtig
und/oder bulimisch waren, und wir überlegten uns
die tollsten Sachen. Wir schmierten Butter
unter den Tisch, wir täuschten vor, Käse
in der Mikrowelle zu erwärmen, ließen den aber in Wahrheit schnell
in den Mülleimer plumpsen. Wir schmissen Sachen auf den Boden, kotzten in den Blumenkübel, weil
die Toiletten abgeschlossen waren. Wir haben alles getan, um krank zu
sein, aber so, dass es keiner merkt. Weil es ist ja ein Wahn tatsächlich
auch auf eine gewisse Art und Weise. Hat es denn keiner gemerkt oder
war es so ein Gruppenphänomen, dass es die anderen ja auch wussten
und … – In der WG? Ja. – Nee, in der WG wussten
die Mädchen das untereinander. Also war es schon eine Reflexion:
Wir sind alle gemeinsam hier und ziehen das auch gemeinsam
durch. Ja, also … Ja. Man wusste es natürlich
voneinander, aber tat alles,
dass es der andere nicht bemerkt. Und die Familien
vor allen Dingen nicht. Also, es hört sich schrecklich an
und es ist auch so, wenn man da drinsteckt. Und Sie
sagten, es kommt da vieles zusammen. Dieses Bild, das wir von uns
und dem Körper haben, dieses Schönheitsideal, trägt das
denn nach Ihren Erkenntnissen auch dazu bei,
in Essstörungen hineinzugleiten? Absolut! In dem Augenblick, wo sich
sozusagen das Schlankheitsideal radikalisiert hat, ist die Bulimia
nervosa entstanden historisch. Die gibt’s diagnostiziert
erst seit 1979, von Rössel. Und Bulimia nervosa ist eine
Modeerkrankung unserer Zeit. Und es ist erst mal
ein Selbstheilungsversuch. Sie haben es schön geschildert: Sie
versuchen, etwas für sich zu tun. Das ist ja erst mal
nicht total daneben, sondern ein Selbstheilungsversuch,
der scheitert. Aber immerhin ein Versuch,
etwas mit sich zu machen. Und das ist schon mal großartig.
– Mhm. Ich weiß,
dass es nicht auf Dauer trägt, aber es ist erst mal ein Versuch,
sich zu gestalten. Und es wird – noch ein Satz –
extrem geprägt durch das Ideal der Mäßigung
und Selbstkontrolle. Wir leben in einer Zeit, wo Selbst-
kontrolle die wichtigste Tugend ist. Das ist die Voraussetzung für
die Entstehung der Bulimia nervosa. Weil das Kotzen
hinter die Kulissen gelegt wird, entschuldigen Sie
diese Deutlichkeit. Im alten Rom
gab es sogenannte Vomitorien, wo neben dem Festsaal ein Raum war,
wo alle gekotzt haben. Und es war nicht pathologisch,
sondern es war okay. Man musste einfach was erbrechen,
um dann weiteressen zu können. Die Pfauenfeder, die berühmte. Ich wollt’s nicht erwähnen,
aber ja. Ich finde, man spürt aber bei dem,
was Sie erzählt haben, wie stark diese Mechanismen
arbeiten. Also, wie viel man sich einfallen
lässt, damit es weitergeht. Wie kann man denn da überhaupt
rauskommen aus diesem Kreislauf? Also, die Bulimia nervosa
hat relativ gute Prognosen im Vergleich zu Anorexia nervosa,
zur Magersucht. Weil irgendwann kriegen
die Betroffenen mit, dass es dysfunktional ist, dass das
Leiden größer ist als die Lösung. Und da gibt’s einen Kippprozess, beginnt so sechs, sieben Jahre
im Schnitt nach dem Reinkommen. Und da gibt’s auch Wege raus. Bulimia nervosa ist in dem Sinne
ein Selbstheilungsversuch, weil ich versuche,
mich selbst zu versorgen. Liebesdefizit – dann die Möglich-
keit, sich selbst zu versorgen – genial! Ich brauch niemand anderes,
nur mich! Der Kühlschrank steht da,
lächelt mich freundlich an, mit dem muss ich nicht reden,
es gibt keine Konflikte. Ich versorge mich selbst. Und das ist sozusagen das “Tolle”
an der Bulimia Nervosa: Dass ich versuche,
mich selbst zu heilen, indem ich sage, ich hab nichts
bekommen, jetzt krieg ich was. Aber ist es nicht so,
dass der Selbstheilungsversuch hinter fast jeder Sucht steckt
am Anfang? Aber wie war es denn bei Ihnen?
Konnten Sie Freundschaften haben, konnten Sie sich auf andere
einlassen oder stand das dazwischen? Also, wenn man mich heute fragt,
wie bist du gesund geworden? Ich muss sagen, ich find es er-
schreckend … Jetzt bei meinem Buch haben sich auch Leute
aus der Vergangenheit gemeldet und ich habe erfahren,
wie wenig es leider auch schaffen, tatsächlich gesund zu werden. Wenn man mich fragt, sag ich immer,
dass ganz vieles eine Rolle spielte. Ich hatte immer die richtigen
Therapeuten, wirklich ganz tolle. Ich hatte Begleitpersonen,
die an meiner Seite blieben, ohne mitzurennen in meinen Wellen, also, nicht in eine Co-Abhängigkeit
reinschlitterten. Und ich hab das unbedingt gewollt,
wirklich unbedingt gewollt. Ich wollte eines Tages
ganz normale Probleme haben: Ärger mit dem Nachbarn oder
dem DHL-Boten oder dem Chef. Aber das nimmt ja alles Ausmaße an.
– Richtig. Also, ich hab ein Freundin,
die püriert Kopfsalat und sauft das – einen Kopfsalat!
(Gelächter) Also, das war nicht
seine Bestimmung! Oder das jetzt alle,
sogar die Pummligsten anfangen … Das ist genau das,
was ich sagen wollte. Ich hätte damals nicht auf
diesem Sofa sitzen können, ohne dauernd mit dem Bein wippend
zu denken: Wie viel Kalorien kann ich
verbrennen? Wie viel Fett quillt
an meinem Oberschenkel raus? Ich hatte ein Gefängniskopf,
das sich nur um Kleidergrößen, Kalorien usw. drehte,
dass ich zu nichts in der Lage war. Waren Sie auch
in diesem Gefängniskopf? Ich war auch in diesem Gefängnis.
– Und wie kamen Sie da raus? Ähm, ich hab dann meine
erste große Liebe kennengelernt. Und das war der erste Mann,
der zu mir sagte, also, ich hatte vorher schon
ein bisschen, aber … (Hans prustet.)
Ein bisschen zu … Hans! Nein, und der hat zu mir gesagt, Mensch, ich lieb dich,
aber du bist so dünn! Und das war das erste Mal,
dass mir das jemand sagte, du bist schön, du bist zu dünn.
Und das war: WONK! Das war einfach klasse, ja.
Und deswegen … Das ist wirklich eine
fast todbringende Krankheit, sie kann es sein,
und es sterben auch viele dran. Es sterben viele dran, ja. Und deswegen, ich kann’s momentan
nur noch mit Satire beschreiben: Also, wenn meine Freundin zu mir
sagt, Rotebetesaft hat 29 Vitamine, sag ich,
Jägermeister hat 73 Kräuter. Also, man kann immer alles …
(Gelächter) Oder dass meine dickste,
liebste Freundin mit Gymnastik und Pilates anfängt, sagt,
sie kann die Kerze noch nicht. Sag ich: Entspann dich,
mach das Teelicht, geht auch. (Gelächter) Aber es ist …
(Applaus) Was ich glaub, aber
der Grundtenor heute Abend ist: Es ist immer ein Prozess
und immer ein längerer. Aber irgendwann fängt man an,
den ersten Schritt zu tun, und das ist wahnsinnig wichtig. Und da muss man sich Unterstützung
holen von Freunden, Familie. Meine Eltern dachten halt,
der Babyspeck ist weg. Keiner will eine dicke Tochter. Wer war für Sie der Anker oder
gab’s eine persönliche Beziehung, die Ihnen geholfen hat? Ja, wie gesagt, es waren mehrere. Man muss überlegen, meine Kranken-
geschichte zog sich über 13 Jahre, meine Heilungsgeschichte ebenso.
Da passiert natürlich eine Menge. Ich bin auch vor mir selbst
geflüchtet in die USA, nach Berlin dann irgendwann
aus meinem Heimatort. Ich hab mich
in Beziehungen geflüchtet, ich war später auch
emotional abhängig von anderen, ich hab meine Sucht verlagert
hin zu Drogen. Ich hab vieles versucht,
bin viel auf die Schnauze geflogen und hatte in vielen verschiedenen
Phasen verschiedene Menschen, die mir guttaten,
von manchen löste ich mich wieder. Ich traf auf Leidgenossen,
die mir in dem Moment sehr halfen, weil sie mich
wie kaum einer verstanden. Wo man sicher aber
gegenseitig triggert und auch in dem Teufelskreis
etwas hält. Wofür man auch wieder
eine Lösung finden muss. Aber ja, meine Mutter war auch
immer ganz wichtig für mich. Ich hatte, wie gesagt,
tolle Therapeuten. Und zum Schluss hab ich den
richtigen Partner auch gefunden. Der vor allem eins nicht macht,
und das ist: meine Wellen mitgehen. Der ließ mich in meiner
Verantwortung und sagte: Wenn du dich auf die Spur kriegst,
bin ich da, aber das hier – sorry.
Und das war richtig. Ich musste mich
um mich selbst kümmern, das musste ich wieder lernen.
– Sie sind mittlerweile auch Mutter. Was hat die Schwangerschaft und auch
das Muttersein noch mal verändert? Interessanterweise,
als ich schwanger wurde, hatte ich das erste Mal wieder einen
Rückfall nach fast zwei Jahren. Keinen praktischen,
aber vor allem mentalen. Mir ging’s so schlecht
wie lange nicht mehr. Der Körper verändert sich,
man hat Heißhunger, Übelkeit, man darf Sachen
nicht zu sich nehmen, keinen Sport machen – es drehte
sich wieder alles in meinem Kopf. Und diese blöde Tabelle vom Arzt, ich solle in so und so vielen
Wochen so oder so zunehmen. Ganz schlimm!
Ich hab mir direkt Hilfe gesucht. Und hab das in der Schwangerschaft
auch in den Griff bekommen. Und es ist ganz witzig,
aber plötzlich … Das war …
Das war nicht der Grund, sondern es war einfach der Abschluss
eines 13 Jahre langen Prozesses, dass ich irgendwann merkte:
Jetzt sind da so andere Werte und Wichtigkeiten. Es ist plötzlich
so Latte, ob jetzt meine Hüfte, drei Zentimeter mehr hat
oder nicht. Es ist einfach wichtig, dass wir
gesund und dass wir glücklich sind. Dazu gehört bei uns in der Familie
auch Sport und gesunde Ernährung. Aber es geht nicht mehr darum,
nach Liebe zu suchen durch Dinge, die man erreicht,
durch Gewichte, die man hält. Sondern da ist ganz viel Freude
da, wenn man morgens aufwacht. Schön, dass Sie das so sagen können.
(Applaus) Ich finde, Sie können stolz auf
sich sein. Sind Sie stolz? Ja!
– Ja! (Applaus) Sie haben ja auch in
der Vergangenheitsform gesprochen. Würden Sie sagen, das ist eine
Geschichte, die hinter Ihnen liegt? Oder ist das etwas, was einen
weiter begleitet durchs Leben? Na ja, also die Geschichte
mit der Schwangerschaft hat mich gelehrt, dass
immer wieder was passieren kann, was einen aus der Bahn kegelt.
Das hatte ich vorher nicht gedacht. Insofern hab ich schon Respekt
davor. Ich glaube aber, ich hab wahnsinnig,
wahnsinnig viel an mir gearbeitet. Ich war vor acht Jahren ein Mensch,
der sich kaum vor die Tür traute. Ich hatte Phasen, da hatte ich
nicht mal … Jetzt sitz ich hier! Ich konnte meinem Freund nicht
sagen, dass ich aufs Klo muss, weil ich dachte, ich kann nicht
die Aufmerksamkeit der Menschen auf mich ziehen. Ich bin in
Klinikfluren auf- und abgewandert, mit Schlauch in der Nase,
wurde zwangsernährt. Und ich hab mich so viel
mit mir beschäftigt, mit diesem
“Wie sehe ich mich selbst”, “Wie empfinde ich Selbstwertgefühl”, “Was kann ich tun, wenn’s mir
schlecht geht, mit wem”. Sodass ich, glaub ich, zumindest gut
gewappnet bin, sagen wir’s so. Dann sagen wir einfach alles Gute!
– Danke. Von uns allen! Ich mein, Herr Klotter … Was nehmen wir mit? Wir haben
bei der Traumfigur angefangen, sind dann eher bei der Beziehung zum eigenen Körper und Selbstbildern
gelandet. Welche Einstellung zum Körper, zu diesen Traumbildern
würden Sie empfehlen? Eine gelassene. Und weg von dem Perfektionismus. Wir sind immer …
Irgendwas stimmt nie. Wenn Models über sich berichten:
Die Wangenknochen sind zu hoch, die Nase zu lang – es ist immer
ein Prozentsatz falsch. Wir werden nie perfekt sein. Wir werden den Idealen
nie entsprechen. Wie im Dschungelbuch:
“Probier’s mal mit Gemütlichkeit.” Gelassenheit.
Fünfe grade sein lassen. Wir erreichen die Perfektion nicht! Und dann können wir besser leben. Dann können Hans und ich
jetzt essen gehen, oder? Ich geh mit!
– Vorher sagen wir noch Danke … Vorher sagen wir noch,
an Sie beide und an alle, vielen Dank an unsere Gäste heute. Von uns allen noch mal. Wir sehen uns wieder in einer Woche. Dann mit dem Thema:
“Auf der Spur des Verbrechens”. Jetzt die Mathias-Richling-Show. Bis zum nächsten Freitag
in Ihrem “Nachtcafé” – tschüss! Und danke noch mal. SWR 2017

44 Replies to “Hungern, Sport, Hypnose – alles für die Traumfigur | SWR Nachtcafé”

  1. "Die meisten sind für das Idealgewicht nicht geschaffen."
    Na dann, können wir ja alle eh essen was wir wollen 😀

  2. Hier in Stockholm geschah vor einem Jahr etwas ganz tolles ! Da haben zwei Brüder ein Restaurant eröffnet mit ausgezeichneten aber nicht allzu grossen Mahlzeiten – das besondere am ganzen war dass jeder Kunde für die ungegessenen Reste bezahlen mussten – das wurde zu einer Sensation, die Regel gilt noch immer aber trotzdem kommen alle in das Restaurant und geniessen ihre Portionen mit Respekt und Freude

  3. Mein Idealgewicht habe ich erreicht, wenn ich in den Spiegel schaue und sagen kann: Das bin ich! Dazu muss ich noch ein paar Kilos abtrainieren, aber es ist wirklich schwierig. Dabei verzichte ich beim Frühstück schon aufs Brot und esse mein Nutella mit dem Löffel. Man tut, was man kann.

  4. Wie abfällig die Dicken (Lizzy Aumeier und Hans Meiser) über alles sprechen, was mit Gesundheit und bewusster Ernährung zu tun hat und sich über Menschen lustig machen, die auf ihr Gewicht achten. Beide sehen nicht gut aus und mir kann auch niemand erzählen, dass sie sich wirklich wohl fühlen in ihrer Haut. Besonders Meiser hat den Kontakt zu seinem Körper längst verloren und weiß sicherlich gar nicht mehr, wie es sich anfühlt, mit einem halbwegs normalen Körper rumzulaufen. Die Gäste, die abgenommen haben, sind alle sehr höflich und rücksichtsvoll den dreisten Fetten gegenüber. Sie sollten ihnen mal sagen, wie großartig es ist, tatsächlich einen gesunden, leichten, voll funktionsfähigen Körper zu haben, mit dem man sich geschmeidig bewegen kann und auch alltägliche Dinge wie Treppensteigen locker bewältigen kann. Und dieser Ernährungspsychologe spricht dem Menschen quasi jede Selbstbestimmung ab. Er behauptet, die Menschen seien überwiegend zur Fettleibigkeit verdammt, obwohl diese eindeutig ein Phänomen der Neuzeit und direkt auf unsere Wohlstandsernährungsgewohnheiten zurückzuführen ist.

  5. sry aber der Meisner ist mega unsympathisch. er weiß dass er übergewichtig ist,aber will nichts dagegen tun….tzzz

  6. Mit 15 hatte ich 46kg, meine erste Diät (Eierdiät) machte ich mit 10 Jahren, vor der Matura nahm ich 15 kg zu, vor dem Uniabschluss 30 kg innerhalb 6 Monate, nachher Abnahme ohne grosse Diät von 45 kg innerhalb von 9 Monaten, jetzt wieder Zunahme von 60 kg innerhalb von zwei Schritten, erstmals 30 kg infolge Stress und weitere 30 kg weil ich von einem Ernährungswissenschaftler den Ratschlag bekommen hatte, mehr Kohlenhydrate zu essen und weil ich mich, nach vielen negativen Erfahrungen, unattraktiv machen wollte für Männer!

  7. Habe mehrere dieser Nachtcafé-Sendungen angeschaut und fand sie vielschichtig und interessant, aber das hier fand ich echt einseitig und dumm. Es fehlte der Bodybuilder, zum Beispiel. Fettleibige Menschen werden viel leichter krank und liegen so der Gesellschaft zur Last, deshalb sollte man nicht fettleibig sein.

  8. Ich habe vor 10 jahren 50 kg gewogen jetzt 87kg Es ist definitiv ein riesen großer unterschied als davor. Man wird in der gesellschaft übersehen. Ich muss ehrlich sagen ich hatte damals mehr probleme mit meiner Selbstbild als jetzt. Ich mag mich wie ich bin. Ich komme sehr gut zurecht so wie ich bin. Es geht auch keinen an wie ich lebe oder wie ich aussehe. Es geht nur mich was an. Das leben ist kein Leben mehr wenn man nur schön und beliebt sein möchte.

  9. Die burschikose Blonde ist ein typischer Auswuchs unserer Zeit: Anstatt AKTIV was zu ändern und an sich zu arbeiten einfach mal schnell schnell den Magen verkleinern und danach noch die überschüssige Haut wegschnippeln lassen, Problem gelöst. Aber nur scheinbar! Fast alle Patienten mit Magenverkleinerung bereuen diesen Schritt nach Jahren zutiefst; sie können NIE MEHR normal essen wie jeder andere auch, brauchen häufige Untersuchungen und teilweise auch Medikamente, weil der Magen massiv Probleme macht. Wer in seiner PSYCHE nichts ändert, ist zwar vielleicht äußerlich schlank, aber in Wirklichkeit hat sich gar nichts verändert …

  10. Der Meiser ist innerlich so verbittert.
    Das Herzinfarkt in den nächsten 5-10 Jahren ist vorprogrammiert bei seiner Fettleibigkeit, die er hier
    verniedlicht mit "etwas mehr" darstellt.

  11. Ernährung ist reine Gewohnheit, jeder kann seine Ernährung umstellen, wenn er will. Ich habe meine Ernährung selbst umgestellt vor nicht allzu langer Zeit und ich vermisse nichts. Kein Schnitzel , keine Chips , nichts.
    Wenn man erst mal seine Ernährung umstellt, fällt einem erst auf, wie eklig das alles ist, was man Jahre lang in sich rein gestopft hat.
    Gesund + ausgewogen = lecker.
    Fazit: -10 Kilo und ein schöner gesunder fitter Körper. Jeder kann es schaffen.
    Die Alternative ist dass man ewig weiter Treppen hoch läuft und am Ende keucht als hätte man gerade einen Marathon hinter sich. Nicht sehr angenehm

  12. Meine Eltern sind mollig, nicht fett, aber auch nicht schlank. Mein Bruder ist mollig, ich dagegen war immer schlank bis dünn! Also in meinem Fall greifen diese Gene eher nicht! Allerdings habe ich Onkel und Tanten, Blutsverwandte, die ebenfalls immer dünn waren. Also die Gene von Eltern und Geschwistern müssen nicht ausschlaggebend sein

  13. naja vielleicht ist es ja Lebensgenuß jede Kalorie und jeden Schritt zu zählen,Mein BMI ist zu hoch,doch denke ich diesen BMI kleiner zu bekommen,wenn ich nach 18Uhr keine Kohlenhydrate mehr esse.

  14. Ich schaue das Nachtcafé super gerne. Aber in dieser Sendung sind einfach so unfassbar viel Halbwahrheiten und Falschaussagen dabei, das ist wirklich erschreckend.
    Denn ja, Übergewicht ist ungesund, die Genetik spielt dabei auch nur eine sehr geringe Rolle und jeder kann abnehmen, wenn er sich nur auf die Umstellung einlässt und dauerhaft sein Essverhalten und Bewegungspensum anpasst. Und es wäre noch so viel mehr zu korrigieren… =/

  15. Lizzy Aumeier kleidet sich total falsch auf ihre Figur bezogen und im wahrsten Sinne des Wortes unpassend! Jedes Mal wenn ich sie sehe, denke ich….hat sie niemanden der ihr das Mal ehrlich sagt?!

  16. Echt schade, wie die Kabarettistin so zwanghaft ihre Sprüche rausschießen muss, dass sie sogar die tiefgründige Geschichte der Bulimikerin unterbrechen muss, nur um noch ein paar Sprüche zu kloppen…. 🙁

  17. Nahrungsumstellung? Nein. Hypnose? Nein. Shakes und Co? Nein. No oder Low Carb? Nein. Magenschlauch, Magenbypass, Magenverkleinerung? Nein. Verzichte ich auf irgendwas…habe ich irgendwelche Defizite, also keine Chips und Co und keinerlei Süßes…gleich welcher Art keine Pommes mit Majo, keine Nudeln/ Spaghettis und Co? Nein, nein, nein!!! Nehme ich trotzdem ab…JA! Und das trotz einer Autoimmunerkrankung und einer Stoffwechselstörung! Ich nehme ab komplett OHNE Kampf und ohne Krampf….Ohne jegliche Anspannung, OHNE Anstrengung! Ohne Fressattacken ohne Heißhunger (Da ich ja alles essen darf, wenn ich Hunger drauf habe!) Und JA…. komplett OHNE Jojoeffek!! Ich nehme ab quasi ganz nebenbei! Es geht auch so. Und ich hatte schon als Kind immer…. Übergewicht. Meine erste Diät habe ich mit Neun Jahren gemacht. Klink, Ernährungsberatung und viele Diäten habe ich alles gemacht, nichts ging mehr! Aber mit dem was ich jetzt mache…OHNE zusätzliche Kosten, ohne anders einkaufen zu sollen oder zu müssen, klappt es 1a mit Sternchen*!!!! Mache ich Sport? Ja, allerdings nicht wegen des abnehmen sondern wegen meiner Autoimmunerkrankung. Und das NUR im Schwimmbad! Auqa- Nordic Walking, Aqua-Fast Walking, Aquajoggen, Kardio, Fitness und Kraftsport….jaaa…..alles im Wasser. Nein, nicht all dies an jedem Tag, ich kombiniere es unterschiedlich. Ach ja…. ich lasse mich regelmäßig komplett durchchecken und meine kompletten Werte sind absolut TOP!!!

  18. Der Meisner sollte doch auf seine Gesundheit achten, er sieht krank aus. Und redet lässig von Genuss, da sieht man nichts davon.

  19. Nach vielen Erkrankungen und genau so vielen Auf und Ab‘s :,,…muss man sich einfach auch mal mögen❗️‘‘ Das ist doch mal ne Aussage😂👍 Hans Meiser👍ist er selbst geblieben!Seine Talkshow damals war klasse ! Abnehmen mit Disziplin und Sport findet meine Hochachtung aber jegliche Form von OP’s/Eingriffen🙈❓ ❓Ein Nachtcafé wieder sehr unterhaltsam 😊🤩Dank,dem Gastgebern ,Michael Steinbrecher und SWR😊👌

  20. Was die eine Dame gesagt hat fand ich super wichtig, dass man auch als normalgewichtiger Mensch mit Genuss essen kann. Ich habe das Gefühl viele Menschen verbinden schlank sein nur mit Verzicht aber das muss ja nicht so sein.

  21. Ich habe jahrelang in einer Endoskopie-Abteilung eines Krankenhauses gearbeitet und gesehen, welche Probleme Menschen nach Magenverkleinerung haben. Dieser Schritt sollte sehr gut überlegt sein und ist nie !!! wieder rückgängig zu machen.

  22. Gute Sendung, finde nur sehr kritisch und interessant zu beobachten, dass applaudiert wird, weil der Typ ein Zimtsternerezept kennt!!! Frage mich nur, ob sie, hätte das eine der Frauen aufgesagt, auch geklatscht hätten????

  23. Gut, die Sendung war 2017, aber dass der Arzt dort noch Bezug auf die längst überholte Flegal Studie nimmt, ist ja fast nicht zu glauben. Überhaupt werden ja ja kräftig die Mythen bemüht, beispielsweise dass früher alle dick gewesen wären. Stimmt doch alles überhaupt nicht.

  24. Keiner von den Frauen erwähnt das die weibliche Brust in Mitleidenschaft gezogen wird! Ich habe selbst bei einer Größe von 170 cm 17 KG langsam durch Ernährungsumstellung abgenommen. Von 70 KG auf 53 runter. Halte mein Gewicht durch Veganer Ernährung konstant. Habe trotz meiner drei Erwachsenen Kinder einen flachen Bauch Null Cellulite eine ganz glatte Haut aber die Brust hat kein Volumen mehr ist von 85 B auf 75 A runter und das macht mir zu schaffen.

  25. Als ich 133 Kilo hatte wurde ich beschimpft,als ich 64 hatte(mir ging es gesundheitlich sehr schlecht) wurde ich auch beschimpft.
    Jeder Zombie fühlt sich veranlasst über andere zu schimpfen?

  26. Der Ex-Freund der kurzhaarigen Blonden hatte doch recht. Keine(r) möchte einen Partner, der auf die 200 kg zugeht und das hat nichts damit zu tun, dass man den anderen nicht liebt. Man macht sich Sorgen um den anderen, deshalb wollte er auch nicht, dass sie einfach ne Magen-OP machen lässt. Ich verstehe auch nicht wieso das Publikum klatscht und sie "stolz auf sich sein kann". Worauf denn stolz sein? Sie hat ja nicht selbst aus eigenen Bemühunge abgenommen.

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